Eine Delegation der Aussenpolitischen Kommission des Ständerates (APK-S) hat vom 30. Oktober bis 3. November 2017 Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) besucht. Die Delegation rückte aussenwirtschaftliche Themen ins Zentrum ihres Aufenthalts und befasste sich insbesondere mit der Wertschöpfungskette im Kakaosektor.

​Côte d’Ivoire ist ein wichtiger Wirtschaftsakteur in Westafrika und die Schweiz ist nach Frankreich und dem Vereinigten Königreich drittwichtigster ausländischer Investor im Land. Aus diesem Grund hat die Delegation bei der Ausarbeitung des Besuchsprogramms einen aussenwirtschaftlichen Schwerpunkt gesetzt. Als Mitglied der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO) ist Côte d’Ivoire Mitglied des regionalen Binnenmarktes und der Wirtschaftsunion. Im Gespräch mit Vertretern der CEDEAO in Abidjan informierte sich die Delegation über die Massnahmen zur Stabilität und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der Mitgliedsstaaten sowie über den Stand der Arbeiten zur Realisierung der Währungsunion. Insbesondere interessierte sich die Delegation für die Umsetzung des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens zwischen den LändernAfrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten) und der Europäischen Union (EU). Im Gespräch mit EU-Vertretern informierte sich die Delegation zudem über den Stand der Vorbereitungen für das fünfte Gipfeltreffen Afrikanische Union – EU, das Ende November in Abidjan stattfinden wird und die wirtschaftlichen und politischen Verbindungen zwischen den beiden Kontinenten stärken soll.

Bei Côte d’Ivoire handelt es sich ausserdem um den weltweit bedeutendsten Kakaoproduzenten. Der Kakaoanbau ist für die Wirtschaftsleistung des Landes von grosser Bedeutung, gleichzeitig ist er mit grossen sozialen und ökologischen Herausforderungen verbunden. Die Delegation nahm dies zum Anlass, um sich vor Ort mit allen Schritten der Kakaowertschöpfungskette auseinanderzusetzen. So besuchte sie die Plantage einer Kooperative von Kakao-Kleinbauern, eine Fabrik des Kakaoproduzenten Barry Callebaut sowie das Nestlé-Forschungszentrum in Zambakro. Dabei richtete die Delegation ihren Blick vor allem auf das Engagement der Schweizer Unternehmen für eine nachhaltige Kakaoproduktion und befasste sich insbesondere mit den Bestrebungen zur Bekämpfung von Kinderarbeit.

Schliesslich diente der erste Besuch einer APK-Delegation in Côte d’Ivoire zur weiteren Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten. In Abidjan hat sich die Delegation hierfür mit dem Vize-Präsidenten der Nationalversammlung und mit Vertreterinnen und Vertretern der Aussenpolitischen Kommission sowie mit Mitgliedern der Oppositionsgruppe «Vox populi» ausgetauscht. Ausserdem hat sie dem Minister für afrikanische Integration und Diasporabeziehungen, Ally Coulibaly, einen Höflichkeitsbesuch abgestattet. Im Zentrum dieser bilateralen Gespräche standen insbesondere die sozioökonomische Entwicklung des Landes, die Zusammenarbeit beider Staaten im Migrationsbereich und das gemeinsame Luftverkehrsabkommen. Schliesslich nutzte die Delegation ihren Aufenthalt in Abidjan, um sich mit Mitgliedern der Gemeinschaft der Auslandschweizer und mit Vertreterinnen und Vertretern von Schweizer Unternehmen vor Ort auszutauschen und das «Centre Suisse de Recherches Scientifiques en Côte d’Ivoire» zu besichtigen.

Die Aussenpolitischen Kommissionen entsenden jedes Jahr je eine Delegation auf eine Auslandreise. Neben Kommissionspräsident Christian Levrat (SP, FR) setzte sich die Delegation zusammen aus Filippo Lombardi (CVP, TI), Vizepräsident, und den Ständeräten Damian Müller (FDP, LU), Hannes Germann (SVP, SH), Didier Berberat (SP, NE) und Jean-René Fournier (CVP, VS).