Die Rückgabe von in der Kolonialzeit angeeigneten Kulturgütern ist Thema des Berichts der Delegation, der auf Anregung von Ständerat Carlo Sommaruga (S, GE) erstellt wurde. Nach Annahme dieses Berichts an der Sitzung vom 23. und 24. April 2025 beauftragte die Kommission für Bildung, Kommunikation und Kultur der APF die Delegation, an der Jahrestagung 2025 der parlamentarischen Versammlung einen Resolutionsentwurf zu diesem Thema vorzulegen. Mit dieser Resolution will die Delegation die Parlamente des frankophonen Raums ermutigen, Gesetze zum Umgang mit in der Kolonialzeit angeeigneten Kulturgütern zu verabschieden. Angesichts der grossen Unterschiede zwischen den einschlägigen nationalen Gesetzgebungen im frankophonen Raum beabsichtigt die Kommission ausserdem, den Staaten und Regierungen vorzuschlagen, mit in der Kolonialzeit angeeigneten Kulturgütern ähnlich umzugehen, wie dies die Richtlinien der Washingtoner Konferenz für Kunstwerke vorsehen, die von den Nazis konfisziert wurden. Diese nicht verbindlichen Richtlinien wurden am 3. Dezember 1998 verabschiedet und gaben einen internationalen Impuls für die Rückgabe von Kulturgütern, die vom nationalsozialistischen Regime konfisziert wurden.
VERHÜTUNG UND BEKÄMPFUNG VON FOLTER
Die Delegation wird den anderen Parlamentsmitgliedern in Paris ausserdem vorschlagen, dass sich die APF mit der Verhütung und Bekämpfung von Folter auseinandersetzt. Nationalrat Nicolas Walder wird vor der Politischen Kommission der APF sprechen, die die Schweizer Delegation beauftragen kann, das Thema in einem Bericht zu vertiefen. Seit 2019 setzt sich die Delegation über Nicolas Walder in der APF für die Abschaffung der Todesstrafe im frankophonen Raum ein. Aus Sicht der Delegation sind die Abschaffung der Todesstrafe und die Bekämpfung von Folter zwei zusammenhängende Schritte im Hinblick auf das Bestreben der Staaten, die Justiz humaner zu gestalten, die Anwendung von Gewalt einzuschränken und die Menschenrechte zu stärken.
Die APF vereint 95 Parlamente oder interparlamentarische Organisationen aus Afrika, Amerika, der Asien-Pazifik-Region und Europa. In den Augen der Delegation ist sie eine wertvolle Dialogplattform, insbesondere für den Austausch mit den Parlamenten in Subsahara-Afrika. Durch den Vorsitz in der Kommission für Bildung, Kommunikation und Kultur und im Netzwerk zur Bekämpfung von Pandemien übernimmt die Delegation Schlüsselfunktionen in der APF, was dem internationalen Ansehen der Schweiz dient. Beide Funktionen werden von Nationalrat Laurent Wehrli (RL, VD) wahrgenommen.
Der Schweizer Delegation werden neben ihrem Präsidenten, Nationalrat Nicolas Walder, und ihrem Vizepräsidenten, Ständerat Carlo Sommaruga, Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach (M-E, FR), die Nationalräte Pierre-André Page (V, FR) und Laurent Wehrli sowie Ständerat Charles Juillard (M-E, JU) angehören.