Die Staatspolitische Kommission (SPK) sei einstimmig für den grundlegenden Systemwechsel, sagte Präsidentin Trix Heberlein am Dienstag vor den Medien. Das neue statistische System liefere wesentlich aktuellere Daten, sei zeitlich und technisch machbar und erst noch billiger.
Botschaft mit Kantonsvariante
In der Vernehmlassung hatten die Kantone, Städte und Gemeindeverbände weiterhin eine alle zehn Jahre stattfindende Vollerhebung mit Fragebogen in der ganzen Bevölkerung gewünscht. Deshalb stellte der Bundesrat in seiner Botschaft zum neuen Volkszählungsgesetz auch die Variante der Kantone dar.
Die SPK habe die Kantone angehört und deren Bedenken ernst genommen, sagte Heberlein. Sie habe aber mit 10 zu 0 Stimmen den bundesrätlichen Vorschlag mit wenigen Korrekturen übernommen. Schon vor zehn Jahren habe der Bundesrat versprochen, dass die Volkszählung 2000 die letzte mit Fragebogen sein werde.
Das neue System
Statt der Vollerhebung durch Befragerinnen und Befrager an der Wohnungstür sollen jährlich Daten aus den harmonisierten Einwohnerregistern der Gemeinden und Kantone, den Personenregistern des Bundes sowie dem eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister abgerufen werden.
Ergänzt werden diese Daten mit einer jährlichen Strukturerhebung bei 200 000 Personen. Gefragt wird nach Sprache, Religion, Ausbildung, Arbeit, Pendlerverkehr und Miete. Dazu kommen alle fünf Jahre Erhebungen bei 10 000 bis 40 000 Personen zu Verkehr, Familie, Gesundheit, Bildung, Sprache und Religion.
Halb so teuer
Das vom Bundesrat vorgeschlagene System der Volkszählung koste den Bund rund 65 Millionen Franken, sagte Heberlein. Die Kantonsvariante wäre mit 137 Millionen mehr als doppelt so teuer. Der Verpflichtungskredit für die Volkszählung 2000 hatte 108 Millionen betragen.
Die SPK sei zwar auf Widerstand aus den Kantonen gefasst, sagte Heberlein. Sie hoffe aber auf eine gute Zusammenarbeit. Mit der neuen AHV-Nummer und der Harmonisierung der amtlichen Register seien die Grundlagen für aussagekräftige, aktuelle und präzise Statistiken geschaffen.