Die EFTA-Staaten und Vietnam haben im Jahr 2012 Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufgenommen. Nach einer längeren Unterbrechung wurden die Gespräche im September 2025 wieder aufgenommen und seither wurden in zentralen Bereichen deutliche Fortschritte erzielt. Angestrebt wird ein umfassendes Abkommen, mit dem der Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Vertragsparteien weiter vertieft wird.
Die EFTA/EU-Delegation misst den laufenden Verhandlungen grosse Bedeutung bei. Der Besuch des EFTA-Parlamentarierkomitees vom 20. bis zum 24. April 2026 in Vietnam soll daher genutzt werden, um auf parlamentarischer Ebene zu betonen, wie wichtig ein ambitioniertes und ausgewogenes Abkommen ist, und um politische Impulse für einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen zu setzen.
Das Freihandelsabkommen soll die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EFTA und Vietnam stärken sowie den Handel und Investitionen zwischen den Vertragsparteien fördern. Aller Voraussicht nach wird es wichtige Themen wie den Waren- und Dienstleistungshandel, Ursprungsregeln, Handelserleichterungen, Investitionen sowie Nachhaltigkeitsaspekte umfassen.
Vietnam zählt zu den dynamischsten Volkswirtschaften Südostasiens und gewinnt als Produktions- und Investitionsstandort global an Bedeutung. Für die Schweiz stellt das Land einen wichtigen Wachstumsmarkt dar. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2025 auf rund 2,9 Milliarden Franken, wobei die Importe aus Vietnam und die Schweizer Exporte deutlich zunehmen. Schweizer Unternehmen sind zudem vor Ort ansässig: Die Direktinvestitionen der Schweiz in Vietnam beliefen sich 2024 auf rund 1,5 Milliarden Franken; über 17 000 Beschäftigte waren in diesem Jahr in Schweizer Firmen vor Ort beschäftigt.
Auf dem Programm des Arbeitsbesuchs stehen zahlreiche Treffen in Hanoi, Haiphong und Ho-Chi-Minh-Stadt. In Hanoi sind Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Nationalversammlung, mit Regierungsstellen sowie mit den Chefunterhändlern des Freihandelsabkommens vorgesehen. Bei Treffen mit internationalen Organisationen und Wirtschaftsakteuren soll eingehend erörtert werden, wie die wirtschaftliche und politische Entwicklung Vietnams einzuordnen ist. In Haiphong, einem bedeutenden Industrie- und Logistikzentrum, stehen Unternehmensbesuche und Gespräche über industrielle Wertschöpfungsketten im Vordergrund. In Ho-Chi-Minh-Stadt kommt die Delegation unter anderem mit Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft sowie internationaler Organisationen zusammen.
Das EFTA-Parlamentarierkomitee führt regelmässig Besuche in Drittstaaten durch, mit denen die EFTA über den Abschluss oder die Weiterentwicklung von Freihandelsabkommen verhandelt.
Die EFTA/EU-Delegation wird bei diesem Arbeitsbesuch durch ihren Präsidenten, Ständerat Damian Müller (FDP, LU), die Nationalräte Jon Pult (SP, GR) und Thomas Aeschi (SVP, ZG) sowie Ständerat Benedikt Würth (Die Mitte, SG) vertreten.