Nationalratspräsident Pierre-André Page (SVP, FR) weilte vom 12. bis zum 17. April 2026 in Begleitung einer Delegation bestehend aus den Vizepräsidentinnen des Rates sowie den Präsidentinnen und Präsidenten der Fraktionen zu Besuch in Kanada. In Ottawa führte er Gespräche mit dem Präsidenten des kanadischen Unterhauses, Francis Scarpaleggia, und der Präsidentin des kanadischen Senats, Raymonde Gagné. Ausserdem wurde er vom kanadischen Premierminister Mark Carney zu einem kurzen Höflichkeitsbesuch empfangen.

In Ottawa wurden der Nationalratspräsident und seine Delegation vom obersten Richter des kanadischen Supreme Court empfangen. Die Schweizer Delegation unterhielt sich mit diesem über die Funktionsweise und die Herausforderungen des Gerichts, über die Angriffe auf die Gewaltentrennung und über den Rechtsstaat.

Beim Treffen mit dem Präsidenten des kanadischen Unterhauses, Francis Scarpaleggia, wurden insbesondere die veränderten Beziehungen Kanadas zu den USA und die daraus entstehende wirtschafts- und sicherheitspolitische Unsicherheit thematisiert. Das kanadische Unterhaus arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf zur Einführung einer Industriestrategie im Verteidigungsbereich. Kanada plant eine massive Erhöhung seiner Ausgaben in diesem Bereich. Diese sollen bis 2035 auf 5 Prozent des Bruttoinlandprodukts steigen. Bei seinem Treffen mit Senatspräsidentin Raymonde Gagné hob Nationalratspräsident Pierre-André Page die demokratische Tradition sowie die kulturelle und sprachliche Vielfalt der beiden Länder wie auch das gemeinsame Engagement für die Frankofonie und deren Friedenswerte hervor. Die Schweizer Delegation traf sich ferner mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern, die der neuen Freundschaftsgruppe Kanada–Schweiz angehören, sowie mit Mitgliedern verschiedener Ausschüsse des Unterhauses und des Senats.

Nationalratspräsident Page bekräftigte bei seinem Höflichkeitsbesuch bei Premierminister Mark Carney die Unterstützung der Schweiz für dessen Aufruf am World Economic Forum in Davos. Er hob auch die beiden aktuellen Schwerpunkte der Schweiz in den Beziehungen zu Kanada hervor: die Modernisierung des Freihandelsabkommens zwischen der EFTA und Kanada sowie die Unterzeichnung des Protokolls zur Änderung des Doppelbesteuerungsabkommens durch Kanada, mit dem die Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen, die in Kanada investieren möchten, verbessert würden. Premierminister Mark Carney erinnerte daran, welch wichtige Rolle die Schweiz – insbesondere dank dem internationalen Genf – in der globalen Diplomatie spielt.

Nach dem Besuch in Ottawa weilte der Nationalratspräsident mit seiner Delegation vom 15. bis zum 17. April zunächst in Montreal und dann in der Stadt Quebec. Der Aufenthalt im französischsprachigen Teil Kanadas bot Gelegenheit zu einer Besichtigung des dort ansässigen Schweizer Unternehmens H55, das auf die Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen für die Luftfahrt spezialisiert ist, und zu Gesprächen mit der Schweizer Gemeinschaft vor Ort, namentlich mit Schweizer Landwirtinnen und Landwirten, die seit Langem in Kanada leben.

In Quebec unterhielt sich Pierre-André Page mit der Präsidentin der Nationalversammlung der Provinz Quebec, Nathalie Roy. Ausserdem absolvierte er Höflichkeitsbesuche bei den Vertreterinnen und Vertretern der indigenen Bevölkerung sowie bei der Vizegouverneurin der Provinz Quebec, Manon Jeannotte.

Die Delegation von Nationalratspräsident Pierre-André Page (SVP, FR) setzte sich zusammen aus der ersten Vizepräsidentin des Nationalrates, Katja Christ (GLP, BS), der zweiten Vizepräsidentin Farah Rumy (SP, SO), den Fraktionspräsidenten Thomas Aeschi (SVP, ZG) und Damien Cottier (FDP, NE), den Fraktionspräsidentinnen Yvonne Bürgin (Die Mitte, ZH) und Corina Gredig (GLP, ZH), Fraktionsvizepräsidentin Greta Gysin (Grüne, TI) sowie Co-Fraktionspräsidentin Samira Marti (SP, BL).​

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