Der Nationalratspräsident und seine französische Amtskollegin hoben die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sowie die dynamischen grenzüberschreitenden Beziehungen hervor. Gegenstand ihres Gesprächs waren insbesondere die Herausforderungen und Chancen in den Grenzregionen, die Mobilität, die Energieversorgung und die Zusammenarbeit im Verkehrsbereich sowie die Bewirtschaftung der grenzüberschreitenden Gewässer. Zu diesen Themen wurden im Februar 2025 zwei Absichtserklärungen und im September 2025 zwei Abkommen zur Bewirtschaftung von Rhone und Genfersee unterzeichnet. Zudem unterhielten sie sich über die schweizerisch-französische Zusammenarbeit beim G7-Treffen in Evian im Juni 2026. Pierre-André Page betonte, wie wichtig das gemeinsame Engagement zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und zur Pflege der Nachbarschaft an der rund 600 Kilometer langen gemeinsamen Grenze ist.
Beide Seiten würdigten den regelmässigen interparlamentarischen Austausch sowohl auf Präsidialebene als auch zwischen der Schweizer Delegation für die Beziehungen zum französischen Parlament und den entsprechenden Delegationen der Nationalversammlung und des Senats, der angesichts der Intensität und der Vielfalt der Beziehungen zwischen den beiden Ländern besonders wichtig ist. Der Besuch bot zudem Gelegenheit, über die Instrumente der demokratischen Teilhabe und die Herausforderungen für die heutigen Demokratien zu diskutieren. Im Fokus standen dabei der Einbezug in die politischen Prozesse, die Meinungsbildung und das Vertrauen in die demokratischen Institutionen.
Darüber hinaus präsentierte der Nationalratspräsident seiner französischen Amtskollegin den Stand der parlamentarischen Beratungen zum Paket Schweiz–EU und die wichtigsten Themen, die derzeit im Mittelpunkt der politischen Debatte in der Schweiz stehen. Pierre-André Page und Yaël Braun-Pivet erörterten zudem die wichtigsten aktuellen Themen auf internationaler Ebene und gingen dabei insbesondere auf den Krieg in der Ukraine und die Sicherheitslage in Europa ein.
Auf dem Programm der Präsidentin der französischen Nationalversammlung stand ferner ein Höflichkeitsbesuch bei der Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Ein besonderer Fokus des Besuchs lag auf dem Thema der dualen Berufsbildung: Yaël Braun-Pivet traf bei einem Besuch von Swisscom eine Gruppe von Lernenden und konnte sich eingehend über die Besonderheiten des Schweizer Modells informieren.
Frankreich ist einer der wichtigsten aussenpolitischen Partner der Schweiz. Die engen und konstruktiven Beziehungen der beiden Länder stützen sich auf zahlreiche bilaterale Abkommen sowie auf die Abkommen zwischen der Schweiz und der EU. Der Schwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit liegt auf den Bereichen Wirtschaft, Forschung, Innovation und Infrastruktur. Zudem tauschen sich Frankreich und die Schweiz regelmässig über aktuelle internationale Themen und die Zusammenarbeit in multilateralen Organisationen aus.
Der Delegation der Präsidentin der französischen Nationalversammlung gehörten die Abgeordneten Marc Ferracci (Ensemble pour la République) und Bruno Fuchs (Les Démocrates) an.