Bei seinem offiziellen Besuch in Algerien wurde Ständeratspräsident Hêche von seinem Amtskollegen Abdelkader Bensalah, dem Präsidenten des Rates der Nation, empfangen. Ausserdem führte er Gespräche mit Premierminister Abdelmalek Sellal, dem Minister für Bildung und Berufsbildung, Nouredine Bedoui, dem Minister für nordafrikanische und afrikanische Angelegenheiten, Abdelkader Messahel, und weiteren Regierungsmitgliedern sowie Abgeordneten beider Parlamentskammern. Darüber hinaus hatte der Ständeratspräsident am Rande der Einweihung der Schweizer Botschaft Gelegenheit, sich mit zahlreichen Persönlichkeiten der algerischen Zivilgesellschaft zu unterhalten.
Claude Hêche dankte den politischen Verantwortlichen Algeriens für ihren wichtigen Einsatz bei der Bekämpfung des Terrorismus. Ausserdem begrüsste er das Engagement Algeriens bei der Suche nach einer umfassenden diplomatischen Lösung des Konflikts i in Libyen sowie bei der internationalen Vermittlung im Mali-Konflikt, die unter der Führung Algeriens zum Abschluss des Algier-Abkommens geführt hat.
Der Ständeratspräsident sprach sich des Weiteren für eine Intensivierung der bilateralen Beziehungen zwischen Algerien und der Schweiz und eine stärkere wirtschaftliche Präsenz der Schweiz in Algerien aus. Er wies auf die zahlreichen Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Wirtschaft, Handel, Hochschule, Forschung, Berufsbildung, Kultur und Umwelt hin und rief dazu auf, die Freihandelsverhandlungen zwischen den EFTA-Staaten und Algerien wiederaufzunehmen, da dies zu einer deutlichen Stärkung der Beziehungen beitragen würde.
Dem Thema der Berufsbildung wurde bei den verschiedenen offiziellen Treffen besondere Aufmerksamkeit gewidmet, namentlich stand es ihm Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Minister für Bildung und Berufsbildung, Nouredine Bedoui. Dieser interessierte sich sehr für das Schweizer Berufsbildungssystem, insbesondere die duale Ausbildung, und äusserte den Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit in diesem Bereich. Claude Hêche nutzte die Gelegenheit und lud den algerischen Minister zum nächsten internationalen Berufsbildungskongress vom 20. bis 22. Juni 2016 in Winterthur ein.
In der Überzeugung, dass die Bildung einer der Schlüssel für die Zukunft ist, informierte sich der Ständeratspräsident aufmerksam über die Arbeit von CIARA, einer Organisation, die jungen Schulabgängern die Möglichkeit gibt, in Lehrprogrammen die Grundlagen der Schweisstechnik, der Elektrotechnik, der Sanitärtechnik und der Mechanik zu erlernen, um diesen so dabei helfen möchte, eine erste Arbeitsstelle zu finden. Seit der Gründung der Organisation im Jahr 1998 haben 3‘772 Personen an den Kursen von CIARA teilgenommen und die grosse Mehrheit von ihnen hat auch eine Stelle gefunden.
Im Rahmen seines Algerienaufenthaltes weihte Claude Hêche zudem gemeinsam mit dem algerischen Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Abdelouahab Nouri, die weltweit 448. Fabrik des Nestlé-Konzerns ein. Neben den 60 festangestellten Mitarbeitenden dieser neuen Produktionsstätte werden auch zahlreiche lokale Dienstleistungsanbieter vom Fachwissen und der Erfahrung von Nestlé profitieren können. Zu den wirtschaftspolitischen Aspekten des Arbeitsbesuchs zählten ausserdem eine Präsentation der Instandhaltungs-, Reinigungs- und Revisionsarbeiten, die Stadler Algérie Eurl für die Algerische Eisenbahngesellschaft (SNTF) durchführt, sowie die Besichtigung eines Einkaufszentrums der Schweizer Valartis-Gruppe, die Aktionärin der Société des Centres Commerciaux d’Algérie (SCCA) ist.
Eröffnung der Schweizer Botschaft
«Die heutige Eröffnung dieser neuen Botschaft zeigt, dass wir an das grosse Potenzial Algeriens und seiner Bevölkerung glauben», sagte der Ständeratspräsident bei der Eröffnungsfeier, an der rund dreihundert Personen, darunter zahlreiche Staatsvertreter, teilnahmen. «Wir wollen unsere politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen verstärken», fügte er an, «und wir können dabei voll und ganz auf unsere Botschafterin Muriel Berset Kohen und ihre Mitarbeitenden zählen.»
Der Ständeratspräsident gratulierte auch den Architekten des Schweizer Botschaftsgebäudes, den Büros Bakker & Blanc und Arthys in Lausanne sowie dem Architekturbüro Mohammed Mehroum in Algier, für ihr zeitgenössisches Werk, das an die traditionelle arabische Baukunst erinnere und auf das Algier stolz sein könne.
Der Ständeratspräsident würdigte das Engagement und die Leistungen der Vertreterinnen und Vertreter der in Algerien tätigen Schweizer Institutionen. Er hatte zuvor Tunesien besucht, wo er sich ebenfalls mit verschiedenen Regierungs- und Parlamentsmitgliedern traf. Er wurde bei seiner Reise von seinem aussenpolitischen Berater Cédric Stucky begleitet.
Bern, 31. März 2015 Parlamentsdienste