Die EFTA/EU-Delegation der Schweizer Bundesversammlung weilt vom 23. bis zum 27. Februar 2026 zu einem Arbeitsbesuch in den USA. Im Mittelpunkt dieses Besuchs stehen Gespräche in Washington D.C. und im Bundesstaat Indiana, bei denen über wirtschafts- und handelspolitische Fragen diskutiert werden soll und die bilateralen Beziehungen gepflegt werden.

Im vergangenen Jahr rückte in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen mit den USA aufgrund der hohen US-Zusatzzölle die Handelspolitik in den Vordergrund. Am 14. November 2025 schlossen die Schweiz und die USA eine Absichtserklärung ab. Diese sieht unter anderem die Aufnahme von Verhandlungen über ein Handelsabkommen vor. Der Bundesrat verabschiedete am 5. Dezember 2025 den Entwurf eines Verhandlungsmandats. Nach Konsultation der Aussenpolitischen Kommissionen und der Kantone wurden die Verhandlungen aufgenommen. Am 20. Februar 2026 erging zudem die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu den unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängten Zöllen; es folgte die Ankündigung weiterer Zölle durch Präsident Trump. Die rechtliche und handelspolitische Lage bleibt insgesamt dynamisch und in rascher Entwicklung und wirft für die Schweiz zahlreiche Fragen auf.

In diesem volatilen Kontext kommt dem parlamentarischen Austausch eine wichtige Rolle zu: Die EFTA/EU-Delegation begleitet die handelspolitischen Gespräche auf legislativer Ebene und trägt dazu bei, das Verständnis für die Schweizer Positionen in den USA zu vertiefen sowie das Vertrauen bei den amerikanischen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern zu stärken. Ziel der Reise ist die strategische Pflege der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA. Als wichtigster Exportmarkt für die Schweiz und als eine der wichtigsten Destinationen für Schweizer Direktinvestitionen sind die Vereinigten Staaten ein zentraler Partner; allein 2025 exportierte die Schweiz pro Woche Waren im Wert von über einer Milliarde Franken in die USA (rund 55 Milliarden Franken im Jahr, ohne Berücksichtigung der Exporte von raffiniertem Gold). Eine tragfähige Zusammenarbeit ist entscheidend für Wachstum, Innovation und die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Schweiz. Im Fokus der Gespräche stehen die handelspolitische Lage in den USA, deren Auswirkungen für die Schweiz sowie Fragen im Zusammenhang mit resilienten Lieferketten und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit.

Programm

In Washington D.C. führt die Delegation Gespräche mit Mitgliedern des US-Kongresses sowie mit einer Vertretung des Office of the United States Trade Representative (USTR). Zudem stehen Diskussionen mit Wirtschaftsverbänden, einschlägigen Fachpersonen sowie mit einer Vertretung von Schweizer Unternehmen in den USA auf dem Programm.

Im Anschluss reist die Delegation nach Indianapolis (Indiana). Der Bundesstaat im Mittleren Westen der USA ist ein wichtiger Standort der Pharma- und Medizintechnikindustrie. Die Schweizer Exporte nach Indiana stiegen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf über 8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 an. Damit ist Indiana unter allen US-Bundesstaaten hinter New York der zweitwichtigste Absatzmarkt für Schweizer Exporte in den USA. Bei den geplanten Unternehmensbesuchen und Gesprächen vor Ort soll der Austausch über Investitionen, Innovation und Fachkräfteentwicklung – und insbesondere über das Schweizer Berufsbildungssystem – vertieft werden. Das Besuchsprogramm endet in Chicago mit einem Business Roundtable mit Vertretenden von Schweizer Unternehmen.

Die EFTA/EU-Delegation

Im Rahmen ihres Mandats als Delegation der Schweizer Bundesversammlung beim Parlamentarierkomitee der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) setzt sich die EFTA/EU-Delegation für die Aussenwirtschaftspolitik der Schweiz und für gute Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen im Ausland ein. Sie begleitet auf parlamentarischer Ebene die handelspolitischen Aktivitäten der EFTA-Staaten. Diese Delegationsreise steht im Zusammenhang mit den laufenden bilateralen Gesprächen zwischen der Schweiz und den USA. Gleichzeitig sind die Beziehungen zu den USA im Parlamentarierkomitee der EFTA ein prioritäres Thema. Die EFTA-Staaten führen mit den USA unter anderem einen regelmässigen handelspolitischen Dialog.

Die Delegation wird vom Delegationspräsidenten, Ständerat Damian Müller (FDP, LU), angeführt. Ausserdem gehören ihr die Nationalrätinnen Elisabeth Schneider-Schneiter (Die Mitte, BL) und Christine Badertscher (Grüne, BE) sowie die Ständeräte Carlo Sommaruga (SP, GE) und Hannes Germann (SVP, SH) an.