Es gilt das gesprochene Wort!
 
 
 
Für das Vertrauen, welches Sie mir mit der Wahl zum Präsidenten Ihres Rates und der Vereinigten Bundesversammlung entgegenbringen, danke ich Ihnen herzlich.
Vi ringrazio di cuore per la fiducia che mi accordate con l'elezione a Presidente della vostra Camera e dell'Assemblea federale plenaria.
Je vous remercie de tout cœur pour la confiance que vous me témoignez en m‘élisant à la présidence de votre conseil et de l’Assemblée fédérale.
Ihnen, sehr geschätzte Frau Präsidentin Maya Graf danke ich für die sehr gute Ratsführung und das bürgernahe gestaltete Präsidentinnenjahr. Sie waren eine vorbildliche „première citoyenne“. Diese Bezeichnung haben Sie in Ihrer Antrittsrede für sich gebraucht; und ich übernehme sie in der Form des „premier citoyen“ gerne von Ihnen. 
 
Bevor man auf dem Präsidentenstuhl Platz nehmen darf, absolviert man als Vizepräsident sozusagen eine zweijährige Berufslehre zum Ratspräsidenten. Ich hatte das Glück, eine gute Lehrmeisterin und einen guten Lehrmeister zu haben.
In den letzten zwei Jahren habe ich mich oft 45 Jahre zurück erinnert an meine Lehrzeit als Schreiner, und ich habe Parallelen zu Damals festgestellt. Hansjörg Walter und Maya Graf haben beide eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem damaligen Lehrmeister und meiner Lehrmeisterin. Er: ein besonnener, grosszügiger Unternehmer und liberaler Gemeindepräsident von Entlebuch; sie, seine Frau, eine intelligente, engagierte Geschäftsfrau und Mutter, die stets den Überblick wahrte. Und daneben der Lehrling Lustenberger, ein wissbegieriger Junge, der am Mittagstisch mit dem Chef lieber über Weltpolitik und mit der Chefin über Sport als über das Schreinerhandwerk diskutierte. Ja, auch das gehörte damals und auch heute noch zu unserem dualen Berufsbildungssystem; man bekommt während der Berufslehre eben nicht nur praktische Ausbildung und Berufskenntnisse vermittelt, die Lehrzeit ist auch eine Lebensschule par excellence. Also haben wir allen Grund, in Zukunft Sorge zu tragen zu diesem einzigartigen System, das unseren jungen Leuten so viele gute Möglichkeiten eröffnet, heute mehr als je zuvor. Die Berufslehre führt nicht in die Sackgasse, sie ist ein Wegabschnitt. Es ist kein Zufall, dass Europa und viele Länder der Welt grosses Interesse an unserem dualen Berufsbildungssystem zeigen und sich spezielle für die Berufslehre interessieren. Ich freue mich jedes Mal, wenn unsere jungen Berufsleute aus den Berufsweltmeisterschaften so gut abschneiden, wie in diesem Sommer. 
 
Ich habe von meinem Lehrmeister und damaligen Gemeindepräsidenten von Entlebuch gesprochen. In diesem Saal finden Sie das Wappen des Amtes Entlebuch - es hängt hier vorne, oberhalb der „Stauffacherin“, zwischen Luzern  und Sempach. Es bekam dort seinen Platz, weil im Einweihungsjahr 1902 der erste konservative Bundesrat Joseph Zemp auch Bundespräsident war. Und dieser stammte bekanntlich aus der Gemeinde Entlebuch. Zwei seiner Ururenkelinnen sitzen im Saal: meine Fraktionskolleginnen Ida Glanzmann und Barbara Schmid-Federer.
Meine Damen und Herren
Die Schweiz feiert in diesem Jahr 2013 ein besonderes Jubiläum, das auf Grund seiner historischen Bedeutung durchaus eine kurze Erwähnung verdient. Die Eidgenossenschaft der 13 alten Orte wird am 17. Dezember 500-jährig. In der Zeit davor herrschte unter den einzelnen Ständen nicht nur Friede und Eintracht. Im Gegenteil, weil die Städte Luzern, Bern und Zürich eine andere Politik verfolgten als die ländlichen Urkantone, stand man am Rand eines Bürgerkrieges. Dem weisen Rat von Niklaus von Flüe im Ranft folgend stimmte die Tagsatzung am 22. Dezember 1481 dem sogenannte Stanser Verkommnis zu. Und in der Folge traten der Reihe nach Freiburg, Solothurn, Schaffhausen, Basel und schliesslich 1513 Appenzell der alten Eidgenossenschaft bei.
Die unterschiedliche Interessenlage von Stadt und Land ist für die Eidgenossenschaft keineswegs neu. In jüngster Zeit ist eine zunehmende Tendenz in dieser, für unser Land sehr wichtigen Angelegenheit, feststellbar. Wir sind gut beraten, uns einzusetzen, damit der Trend nicht noch weiter zunimmt. Die Geschichte lehrt uns, miteinander zu reden und zu verhandeln, Lösungen zu suchen und bereit zu sein, von der eigenen Position etwas abzurücken, einen Schritt auf das Gegenüber zuzugehen. Dieses Rezept hat sich über Jahrhunderte bewährt und es bestand die Nagelprobe auf eindrückliche Art und Weise 1848 beim Übergang vom Staatenbund zum heutigen Bundesstaat. An aktuellen Beispielen mangelt es nicht, spontan denke ich an die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur. Sie kommt der ganzen Schweiz, Stadt und Land zugute. Dazu passt die Passage aus der Präambel der Bundesverfassung: „ Gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit braucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen“. 
 
La Diète fédérale a engendré le système de concordance qui fut appliqué pour la première fois lors de l’élection de Joseph Zemp en 1891 (mille-neuf-cent-quatre-vingt-onze). La concordance garantit une politique équilibrée, au sein de notre Etat basé sur la démocratie directe. Si l’on pense aux difficiles négociations en vue d’une coalition gouvernementale en Allemagne voisine, nous pouvons être fiers de notre système et lui décerner sans réserve le label Swissness.
La sagesse populaire dit que la gratitude est la mémoire du coeur. Je suis heureux d’exprimer ma reconnaissance à mon groupe parlementaire, à mon parti, à mon canton, à ma commune de Romoos et à ma famille. Car personne ne se suffit à lui-même. Nous avons tous besoin de la communauté et de nos proches pour avancer.
Dankbar bin ich vis à-vis meiner Partei, der CVP, und vis-à-vis der politischen Behörden meiner Gemeinde Romoos - auf der Tribüne vertreten durch den Gemeindepräsidenten Franz Koch und Gemeinderätin Marion Röösli sowie der Behörden des Kantons Luzern - anwesend sind u. A. Kantonsratspräsident Urs Dickerhof, Regierungspräsident Guido Graf, Regierungsrat Robert Küng und Staatsschreiber Lukas Gresch. Auf diesen Ebenen habe ich das politische Handwerk gelernt; habe zugehört, abgeschaut und dazugelernt von vielen Personen, Kolleginnen und Kollegen.
Bismark soll einmal gesagt haben: „Politik ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst“. Man kann gute Politik auch betreiben, ohne sich als Künstler zu fühlen, etwa nach dem Motto, lieber ein guter Handwerker sein als ein schlechter Künstler. Ein erfahrener, guter Handwerker, der es in der Politik so macht wie im Beruf: zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sich bemühen, die aufgetragene Arbeit gut, korrekt und zur Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden auszuführen.
Unsere Kundinnen und Kunden sind die Bürgerinnen und Bürger der Eidgenossenschaft. Für sie wollen wir gute Arbeit leisten.
 
Als Politiker bauen wir die Schweiz von Morgen. Die Menschen in unserem Land haben grosse Erwartungen an uns. Sie möchten moderne Ausbildungs- und sichere Arbeitsplätze, intakte Landschaften, gute Infrastrukturen, ein zahlbares Gesundheitssystem, eine Altersvorsorge, welche dem Generationenvertrag gerecht wird, weniger Kriminalität und ein sicheres zu Hause. Dafür werde ich mich weiterhin einsetzen, nun als „premier citoyen“ de la Suisse.
 
Damit wir unserer Aufgabe als Milizpolitiker gerecht werden, brauchen wir ein gutes Umfeld. Darin nimmt für mich meine Familie die wichtigste Funktion ein. Ich freue mich, dass meine Mutter Anna, meine Frau Marie-Theres und unsere fünf Kinder auf der Tribüne den heutigen Tag miterleben. Sie verdienen ein grosses Dankeschön für die Unterstützung, die ich bis anhin und auch in Zukunft erfahren durfte und darf.
Dieser Dank geht pauschal auch an die Adresse aller Mütter und Väter, Partnerinnen und Partner, Töchter und Söhne, welche uns Politiker und Politikerinnen auf allen drei Ebenen unseres föderalen Staates in unserer Arbeit beistehen und uns begleiten.
Ich freue mich auf das Präsidialjahr und danke Ihnen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen nochmals herzlich für ihr Vertrauen und ihr kollegiale Mitarbeit.