Gentili signore e signori,
Viviamo in un periodo di instabilità: questa affermazione descrive in modo realistico l’attuale situazione economica e politica. Per noi che ci muoviamo negli ambienti politici e per voi che provenite dal settore economico, quest’analisi è anche un inequivocabile incitamento ad agire, a ripristinare la sicurezza, a sviluppare punti di orientamento. Un appello alla cooperazione nell’interesse di tutto il Paese.
Insicurezza e disorientamento sono fattori di rischio. Se non li affrontiamo, minano lentamente, ma costantemente, gli ambiti vitali fino a mettere in pericolo l’intero fondamento della nostra società. Per ora le nostre basi sono ancora intatte. Dobbiamo trarre vantaggio da questa opportunità e sfruttarla.
Eine unserer stabilen Grundmauern, von der wir alle immer wieder profitierten und von der wir auch jetzt wieder profitieren können und müssen, ist unser Bildungssystem. Ein Bildungssystem, das grosses Gewicht auf die Ausbildung von Spitzenkräften legt, aber auch auf die hervorragende Ausbildung in der Berufsbildung. Ein Bildungssystem bei dem die lebenslange Aus- und Weiterbildung immer wichtiger wird.
Gerade in einer Branche, die hoch spezialisiert und stark Technik orientiert ist, ist die Qualität der bestens ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Erfolgsgarant und ein Standortvorteil, aber auch ein Rezept um in unsicheren Zeiten den Weg in die Zukunft zu finden.
Ausbildung ermöglicht Fortschritt, ermöglicht es Produkte auf den Markt zu bringen, die auch in Krisenzeiten den Absatz garantieren.
Ausbildung ermöglicht einen qualitativen Vorsprung vor der Konkurrenz und damit einen Vorteil in den immer härter umkämpften Märkten.
Bestens ausgebildetes Personal ist in einer Krisensituation auch flexibler einsetzbar und hat letztlich auch auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen.
Unser Bildungssystem, gerade in der Berufsbildung und in der Weiterbildung, hat aber auch immer die Unternehmen in die Pflicht genommen. In schwierigen Zeiten darf dies Verpflichtung nicht vergessen gehen.
Eine weitere tragende Mauer unseres wirtschaftlichen Fundaments ist die Innovationskraft. Es ist ein herausragendes Merkmal der Schweiz, dass sie immer in der Lage war, sich veränderten Rahmenbedingungen, wirtschaftlich oder politisch, anzupassen. Ohne natürliche Ressourcen gehört die Schweiz international zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Ländern. Gerade Ihre Branche ist ein hervorragendes Beispiel: Ohne grossen Binnenmarkt sind sie zu einem äusserst erfolgreichen Wirtschaftszweig geworden, der sich international behauptet. Sich so im rauen Umfeld der globalen Konkurrenz durchzusetzen, gelingt nur denen die äusserst anpassungsfähig und innovativ sind.
Das gilt für ihre Strukturen, ihre Produktion und ihr Marketing. Das gilt aber vor allem auch für die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten und Prozessen.
Der Gesetzgeber – ich spreche als Kommissionsmitglied aus persönlicher Erfahrung – hat sich hier in den letzten Jahren stark engagiert. Gezielt wurden die Grundlagenforschung, die angewandte Forschung und der Technologietransfer gefördert. In Bildung, Forschung und Innovation haben wir grosse Summen investiert. Das Wachstum beträgt jährlich 6%, eine Summe, die das Parlament gegen den Bundesrat durchsetze. Von der Basis, die wir damit in guten Zeiten gelegt haben, werden wir nun in der Krise profitieren können.
Mit den bilateralen Verträgen haben wir unsere Rahmenbedingungen verbessert. Wir können nun bei den europäischen Forschungs- und Bildungsprogrammen als aktiver Partner vollumfänglich mitarbeiten und mitbestimmen.
Ein tragendes Fundament braucht noch mehr Mauern: Soziale Sicherheit, politische Stabilität, eine hervorragende Infrastruktur und ein freiheitliches System. Bisher war auch unser funktionierendes Finanzsystem immer ein Standortvorteil, hoffen wir, dass das so bleibt.
Plakativ nennen wir dieses Fundament, von dem ich spreche „soziale Marktwirtschaft“.
Doch wenn bei den einen in den letzten Jahren das Wort „sozial“ im Misskredit geriet, so wurde bei anderen der freien Markt und die Wirtschaft per se zum Schimpfwort und Sündenbock. Und siehe da, in der Krise erinnern wir uns wieder daran, dass es das Zusammenwirken aller Kräfte ist, das uns hilft Unsicherheit zu überwinden, uns zu orientieren und an der Zukunft zu bauen.
Et nous avons bien besoin de pouvoir nous orienter, car ce que nous traversons en ce moment va au-delà d’une petite faiblesse passagère des marchés financiers. Tout indique au contraire que l’économie réelle, et notamment l’industrie d’exportation, va connaître des temps difficiles. Il ne suffira pas de foncer bille en tête pour résoudre les problèmes ; une réorientation et des ajustements seront nécessaires.
Toutefois, grâce aux bases saines de notre système, nous sommes à même d’affronter la crise et de renouer avec la croissance, à condition de tenir compte aussi du contexte international. Car dans la mesure où la crise trouve ses origines dans un monde globalisé, c’est au niveau mondial qu’elle doit être surmontée. Au vu des nombreux liens que la Suisse a tissés à travers le monde, il apparaît clairement aujourd’hui qu’elle ne peut plus faire cavalier seul – et ce n’est pas vous qui me direz le contraire.
Finalement, une chose est sûre : aucun remède miracle ni aucun grand discours ne nous feront sortir de la crise.
Il est temps pour les sphères économiques, politiques et sociales de renouer le dialogue et d’être à l’écoute les unes des autres, de tenir compte de leurs besoins respectifs. C’est aussi sur cela que repose l’économie sociale de marché : la responsabilité mutuelle.
Wenn der Präsident der Swissmem sagt, in schwierigen Zeiten sei es ihm als Unternehmer ein Grundanliegen Arbeitsplätze zu erhalten, so stimme ich dem aus vollem Herzen zu. Arbeitsplätze sind schnell abgebaut, das Know-how, dass damit verloren geht wieder aufzubauen ist schwierig und dauert lange. Aus Verantwortungsbewusstsein, aber auch aus wirtschaftlichen Überlegungen muss der Arbeitsplatzerhalt deshalb höchste Priorität haben.
Nur wenn die Wirtschaft diese Verantwortung übernimmt, hat sie auch die Garantie, dass Politik und Gesellschaft ein Gleiches tun. Nur wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, ist die Wirtschaft in der Lage längerfristig zu denken und zu planen. Dieser Wille zum gemeinsamen Ausgleich und zur gegenseitigen Hilfe ist das Erfolgsgeheimnis unsers Fundamentes mit dem Namen „soziale Marktwirtschaft“.
Ludwig Erhard, der deutsche CDU-Politiker, der den Begriff „soziale Marktwirtschaft“ mit geprägt hat, hat es auf einen einfachen aber richtigen Nenner gebracht: „Wohlstand für alle ist das Ziel, nicht Reichtum für Wenige“.
Ich kann Ihnen hier versichern, dass die Politik gewillt ist, ihren Beitrag zur Sicherung des allgemeinen Wohlstandes zu leisten. Im Finanzsektor hat sie dies bereits bewiesen. Ein Zusammenbruch des Finanzmarktes oder eines seiner wichtigsten Akteure hätte auf die ganze Schweiz unmittelbare, negative Auswirkungen.
Die Politik ist gegenwärtig auch daran, ganz konkrete Massnahmen zu treffen. Vor vier Tage haben wir im Nationalrat das zweite Paket des Konjunkturprogramms verabschiedet, das umfangreiche Investitionen auslösen wird – auch hier im Tessin - und damit entscheidende Impulse gibt. Besonders wichtig scheinen mit jedoch die vorgesehenen Investitionen in die anwendungsorientierte Forschung – das Engagement der KTI möchte ich hervorheben - und in innovative Technologien wie die die Photovoltaik. Gerade in der Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft liegen für die Schweiz grosse Chancen.
Eine wichtige Aufgabe der Politik wird es mit Sicherheit aber auch sein, nicht nur der Binnenwirtschaft beizustehen, sondern auch für die Exportwirtschaft die bestmöglichsten Bedingungen zu schaffen. Die Reduktion der Finanzierungskosten des Exporteurs bei der Exportrisikoversicherung - ebenfalls Teil des Massnahmenpakets - ist ein gutes Beispiel.
Bedeutung haben aber nicht zuletzt auch staatliche Aufträge die ins Ausland gehen, die aber auch bei uns grossen Einfluss auf die Wertschöpfungskette haben, ich denke beispielsweise an die Beschaffung neuer Armeeflugzeuge und damit verbundene Kompensationsgeschäfte.
Auch die Wirtschaft muss unter sich solidarisch sein. Kredite müssen weiterhin verfügbar sein. Hier hat die Nationalbank die nötigen Schritte gemacht, nun ist es an den Handelsbanken die Produktionsbetriebe nicht fallen zu lassen.
Per concludere, vorrei riprendere quanto detto all’inizio: viviamo in tempi difficili, dobbiamo tornare ai nostri principi fondamentali per trarne sicurezza e ispirazione, per ripristinare le basi su cui costruire il nostro futuro. Ed è proprio questo che vogliamo: crescere, evolvere con strutture migliori e sicure, costruire su fondamenta solide. Per far ciò abbiamo bisogno di assumere con convinzione le nostre responsabilità: una realtà quotidiana in migliaia di aziende, soprattutto nella media impresa. È il vostro settore a dimostrarlo ripetutamente e con successo: avete assunto responsabilità nelle aziende e nelle associazioni, avete dimostrato il coraggio di innovare e la capacità di adeguare, conoscete le incertezze del mercato e sapete come affrontarle. Se tutti i consiglieri di amministrazione, i proprietari d’abitazioni e i manager avessero fatto tesoro di questo esempio e avessero sempre preso sul serio le proprie responsabilità, anche quelle nei confronti della società, avremmo potuto evitare le ultime, spiacevoli controversie.
Le nostre fondamenta sono tuttora solide, la nostra economia ha ancora la forza di rinnovarsi, gli ambienti politici e le imprese sono ancora disposti a cooperare nella ricerca di soluzioni, come ho avuto modo di constatare negli ultimi tempi: sono sicura perciò che riusciremo a superare questi tempi di incertezza. Dovremo prendere decisioni difficili e misure sgradite, non potremo evitare contraccolpi e aspri dibattiti. Tuttavia, collaborando possiamo riuscire a garantire posti di lavoro, a sostenere le innovazioni e a creare benessere, a tutto vantaggio dell’economia, della politica e della società. Non ci resta che comportarci di conseguenza.