Es gilt das gesprochene Wort

 

Sehr geehrte Leutnants der Schweizer Armee
Ihnen, die sie heute im Zentrum dieses feierlichen Anlasses stehen, zuallererst mein herzlicher Gruss

Liebe Angehörige

Gentili Signore e Signori,

sono sinceramente felice di essere fra voi quest’oggi. Partecipare a molti eventi in tutta la Svizzera quale presidente del Consiglio nazionale è un compito importante e gratificante. Tuttavia, essere qui e rivolgermi a giovani provenienti da tutte le regioni del Paese che si impegnano attivamente per la società e la loro patria, è per me un vero e proprio privilegio.

Sie liebe Logistik-Leutnants, sie haben heute ein wichtiges Ziel erreicht. In den vergangenen Wochen haben sie eine intensive und anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen, sie haben Leistungen gezeigt und Opfer gebracht. Mit zu ihrem Erfolg beigetragen haben vor allem sie selbst, aber nicht nur. Auch ihre Ausbildner und vor allem ihre Familien haben dazu mitgeholfen, dass sie heute einen Erfolg feiern können. Menschen die sie unterstützen und vermissten, Menschen die mit ihnen fühlten und sie antrieben, Menschen die sie lobten und kritisierten. Ohne alle diese Menschen, wären sie heute nicht hier.

Dass wir alle voneinander abhängig sind, uns gegenseitig helfen und unterstützen, uns aber gleichzeitig auch auf andere verlassen können, ist eine der wertvollsten Erfahrungen, die wir im Leben machen.

Wenn ich im Parlamentsgebäude in Bern bin, schaue ich in der grossen Kuppelhalle nach oben, wo der Wahrspruch „Unus pro omnibus – omnibus pro uno / Einer für alle – alle für einen“ steht. Er fasst kurz und prägnant zusammen was ich meine: gelebte Solidarität.

Et vous êtes vous-mêmes un parfait exemple de cette solidarité. Vous avez décidé en effet de mettre votre temps, votre énergie et votre savoir-faire au service de la communauté. Une telle attitude est devenue rare de nos jours, ce qui est évidemment regrettable. À une époque où l’individualisme forcené règne en maître, où il est beaucoup question d’épanouissement personnel et où l’égoïsme est partout, vous, vous avez choisi une autre voie. C’est pourquoi je voudrais vous témoigner ici publiquement tout mon respect.

Mesdames, Messieurs,
Ce sont d’abord la solidarité et le service de l’intérêt général qui ont façonné notre pays, et qui lui ont donné ses lettres de noblesse. Contrairement à ses voisins, la Suisse n’est pas un État national. Elle n’est pas non plus le produit de frontières tracées arbitrairement, ni le résultat d’échanges territoriaux entre puissants d’autrefois. La Suisse est un pays qui repose sur des citoyens libres, sur des femmes et des hommes qui s’épaulent mutuellement, un pays où l’engagement au service de l’autre est une réalité quotidienne. Ainsi, il n’y a rien de surprenant à ce que l’idée de milice ait marqué aussi profondément la conscience collective de la Suisse. Votre présence, aujourd’hui, prouve d’ailleurs que cet état d’esprit est toujours vivace – même si, bien sûr, l’armée n’est pas la seule institution où prévale l’idée de servir.

Nombreux en effet sont ceux qui chez nous se consacrent bénévolement à l’intérêt général, en s’occupant d’enfants, de personnes âgées, de malades ou encore de handicapés, au sein d’une multitude de sociétés, de coopératives ou d’associations publiques ou privées. Peut-on imaginer la Suisse sans cette cohorte de volontaires et de bénévoles qui en sont à la fois l’âme et le moteur ?
« Tous pour un, un pour tous ! »

Auch die Politik funktioniert bei uns typisch schweizerisch im Milizsystem. Wir kennen keine wohlbestallten Berufspolitiker, wir kennen in der Politik Bauern und Hebammen, Ärzte und Juristinnen, Unternehmer und Mangerinnen. Und auch Politikerinnen und Politiker sind in der Schweiz Milizionäre, genau wie sie. Wie sie, müssen sie Beruf, Familie und Milizengagement unter einen Hut – oder in ihrem Fall gelegentlich auch unter einen Helm – bringen. Zugegeben mit ihrer Ausbildung in Logistik haben sie dazu vielleicht das bessere Rüstzeug als andere. Auch fehlt uns in der Politik die Brevetierung und eine Minimum an Disziplin. Gerade als Nationalratspräsidentin bedaure ich diese Tatsache im lärmigen Nationalratssaal gelegentlich…
 
Ich weiss, heute wird oft das Loblied der „Profis“ gesungen; ich hingegen möchte das Loblied der engagierten und gut ausgebildeten Amateure singen, im Militär, in der Politik und in der Gesellschaft.
Aus meinem eigenen Erfahrungsbereich kann ich das gut einschätzen. Als politische Amateure, sind wir Politiker der Bevölkerung viel näher, als Berufspolitiker, die sich oft nur während des Wahlkampfs unter das Volk mischen. Wir Teilzeitpolitikerinnen und Politiker bewegen uns im Leben, gehen einkaufen, stehen Schlange, sind in unserer Wohngemeinde integriert. Wir bringen unseren beruflichen und privaten Erfahrungsschatz aus dem Alltag mit nach Bern. Genau wie auch sie ihre privaten und beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse mit ins Militär nehmen, anwenden, erweitern und nutzen können. So sind unsere Politik und unsere Armee mit Sicherheit bodenständiger, volkstümlicher, aber auch vielfältiger und effektiver als dort, wo sich so genannte „Profis“ vorwiegend unter ihresgleichen bewegen.

Das Milizsystem ist keine Einbahnstrasse, in welcher der Einzelne seinen Dienst an der Gemeinschaft leistet und dafür höchstens einen kärglichen Sold und ein Dankeschön erhält. Alle die sich im Milizsystem engagieren, bekommen weit mehr dafür. Nicht Geld oder andere materielle Werte, und auch das Prestige steht nicht im Vordergrund. Milizionärinnen und Milizionäre erhalten etwas ungleich Wertvolleres: Sie lernen, sie sammeln Erfahrung, sie bilden ihre Persönlichkeit.

Mein Engagement in der Politik und in unterschiedlichsten ehrenamtlichen Organisationen hat mir ungeheuer viel gebracht, hat mich erst zu dem gemacht, was ich heute bin. Die Offiziersausbildung, die sie absolviert haben, die Erfahrungen die sie in ihrer Armeezeit machen, sind nicht bloss Teil ihrer militärischen Laufbahn. Gerade als Logistiker können und sollen sie Erlerntes und Erfahrenes in ihr ganzes Leben mitnehmen. Fachkenntnis, aber auch Führungserfahrung und persönliche Erlebnisse aus dem Militär werden sie ihr ganzes Leben lang begleiten und ihnen und der Gesellschaft wertvolle Dienste leisten. Auch dieser Austausch zwischen Armee und Zivilgesellschaft, zwischen beruflichen, privaten und militärischen Erfahrungen ist ein Qualitätsmerkmal des Milizsystems.
 
Investitionen ins Militär sind Investitionen in die Sicherheit unseres Landes, es sind immer aber auch Investitionen in Menschen und damit Investitionen in eine erfolgreiche, zukunftsgerichete Gesellschaft. Wenn ich hier in ihre Runde schaue, ist es auch eine Investition in den Zusammenhalt der Gesellschaft. Unter ihnen hat es Romands, Deutschschweizer und Tessiner, immer häufiger machen auch Nachkommen von Migranten Karriere in unserer Armee. Das Militär ist nicht der oft beschworene Schmelztigel der Nation, sie alle sind ja hoffentlich nicht zu einer einheitlichen Masse geworden, sondern eigenständige und selbstverantwortliche Persönlichkeiten geblieben. Aber sie haben einander hoffentlich kennen gelernt, respektieren gelernt und Achtung voreinander bekommen. „Einer für alle – Alle für einen“

Desidero infine ringraziarvi di cuore ancora una volta per la vostra grande dedizione e per il vostro impegno a favore della società, e tengo a congratularmi con voi per l’ottenimento del brevetto. Spero che voi e i vostri congiunti ripensiate volentieri e con orgoglio a questo momento - ne avete tutte le ragioni.

29.5.2009