Schon 2003 war die WBK zum Schluss gekommen, dass noch zu viele Fragen offen sind. Eine Analyse der Museumspolitik aus dem Departement des Innern (EDI) bestärkte sie laut Präsidentin Christiane Langenberger (FDP/VD) nun darin, dass es Mängel in der Führung, wenig Transparenz in der Finanzierung und vor allem keine kohärente Museumsstrategie gibt.
Die WBK trat zwar oppositionlos auf die Vorlage ein, will diese aber - wenn möglich bereits in der Wintersession - an den Bundesrat zurückweisen lassen. Sie erwartet bis März 2007 eine neue Botschaft, aus der hervorgeht, in welcher Form und Zusammensetzung die acht SLM-Museen und die übrigen sieben Bundesmuseen künftig organisiert sein sollen.
Auch das EDI geht mittlerweile davon aus, dass die Stiftung in der vorgeschlagenen Form nicht die optimale Lösung ist. Unbestritten ist aber, dass die Museen mehr Autonomie erhalten müssen. "Mehr Autonomie - aber zuerst mehr Ordnung", sagte Langenberger. Bundesrat Pascal Couchepin wird sich der Rückweisung nicht widersetzen.
Laut Langenberger darf die Problematik der Rechtsform der Museen nicht vermischt werden mit der anstehenden baulichen Erweiterung des Landesmuseums in Zürich. Ob das Parlament bereit sei, kurzfristig rund 100 Millionen für den Ausbau zu sprechen, sei fraglich. Das SLM tue jedenfalls gut daran, auch nach Sponsoren zu suchen.