Es gilt das gesprochene Wort!

 

Begrüssung von Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss

 

Liebe Fussballer, liebe Trainer und Betreuer
Herzlich willkommen im Bundeshaus! Es ist für uns eine grosse Freude, dass Sie hier sind. Ich gratuliere Ihnen auch im Namen der Bundesversammlung für diesen tollen, wunderbaren Weltmeistertitel. Sie haben in Nigeria Schweizer Fussballgeschichte geschrieben. Das macht uns stolz. Denn es ist ja nicht unbedingt so, dass die Schweiz in der Welt als Fussballnation bekannt ist. Mit den Erfolgen an der WM dürfte sich das Image geändert haben: Die Schweizer Fussballnati ist eine Talentschmiede.


„Titanen sind heimgekehrt“ titelten die Zeitungen nach Ihrer Rückkehr in die Schweiz. Nun, ich bin mir nicht sicher, ob die Bezeichnung „Titanen“ tatsächlich die richtige ist. Zwar haben Sie zweifellos eine riesengrosse Leistung erbracht! Doch auch wenn man natürlich nach Ihrer Siegesserie auf dem afrikanischen Kontinent diesen Eindruck gewinnen könnte - ich glaube dennoch nicht, dass übernatürliche, ja göttliche Kräfte in jedem einzelnen von Ihnen stecken. Es würde Ihnen schlicht nicht gerecht. Ich vermute vielmehr, Grund für den grossartigen WM-Titel sind nebst talentierten Fussballern, ausgezeichneten Betreuern und einem optimalen Umfeld auch und eine Menge Fleiss, Energie, Ausdauer und vor allem der Wille, gemeinsam im Team Grosses zu erreichen. Auch ich bin mit dem Sport – mit dem Teamsport - gross geworden. Ich habe lange Jahre Handball gespielt und ich weiss, dass ein starkes Kollektiv auf dem Feld stärker ist als die Summe jeder einzelnen Leistung. Sie haben uns das eindrücklich demonstriert. Ich bin mir sicher, dass Sie mit dieser bewundernswerten Einstellung auch Vorbilder sind – nicht nur, aber gerade in den Augen junger Menschen.


Übrigens hinkt der Vergleich mit Titanen hoffentlich auch aus einem anderen Grund: Vielleicht kennen Sie das Schicksal der Titanen in der griechischen Mythologie, sie werden am Ende von riesengrossen, hundertarmigen Ungeheuern geschlagen und für ewig in der tiefsten Unterwelt eingeschlossen. Es wäre doch jammerschade, wenn Sie, die Spieler der U 17, das gleiche Schicksal ereilen würden – jammerschade für Sie und jammerschade für die Schweiz.


Ich hoffe also, dass Ihre sportlichen Karrieren nicht in der Unterwelt enden, sondern noch lange auf den Fussballrasen dieser Welt andauern. Dazu wünsche ich Ihnen die notwendige Portion Ehrgeiz, weiterhin viel Teamgeist und gute Gesundheit.
Ich freue mich, das Wort an Sportminister Ueli Maurer weiterleiten zu dürfen, von dem ich weiss, dass er als Zürcher Bundesrat trotzdem ein grosser YB-Fan sein kann.