Ich möchte diesen Tag nicht verstreichen lassen, ohne den 6. Juni des Jahres 1944 in Erinnerung zu rufen. An diesem Tag landeten über 300'000 Soldaten aus den Vereinigten Staaten, Grossbritannien, Kanada und aus dem freien Frankreich in der Normandie. Sie haben die unterjochten Länder Europas befreit.
Das Opfer, das diese Soldaten auf sich nahmen, kam auch der neutralen Schweiz zugute, die bis dahin das Glück gehabt hatte, von den Kriegsübeln verschont zu sein. Wir wissen alle, was aus unserem Land geworden wäre, wenn damals die Freiheit nicht über Faschismus und Rassismus gesiegt hätte.
Nur wenige Jahre nach dem Kriegsende versöhnten sich Frankreich und Deutschland auf vorbildliche Weise und legten, zusammen mit anderen demokratischen Ländern, den Grundstein für den Europarat und die Europäische Union, deren wichtigstes Ziel es ist, den Zusammenhalt ihrer Mitglieder ständig zu festigen.
Dieses grosse Ereignis macht uns bewusst, dass alle Länder Europas in einer grossen Schicksalsgemeinschaft miteinander verbunden sind.
Heute, 50 Jahre danach, gedenken wir in grosser Dankbarkeit all jener, die damals ihr Leben für die Befreiung Europas opferten und die Voraussetzungen schafften für den Zusammenbruch von Faschismus und Rassismus. Die Soldaten, die damals starben, sind auch für die Freiheit unseres Landes gestorben.