Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident Khol,
Sehr geehrte Frau Botschafterin Plassnik,
Sehr geehrte Frau Botschaftsrätin Folie
Sehr geehrter Herr Magister Wintoniak,
Sehr geehrter Herr Dr. Wirnsperger,
Sehr geehrte Ratskollegen,
Sehr geehrte Geschäftsführer der beiden Alptransite, sehr geehrte Herren Teuscher und Zbinden
Sehr geehrter Herr Kurmann
Ich freue mich aufrichtig, dass es mir gelungen ist, Sie nach den Gesprächen in den gediegenen Sitzungssälen der Bundeshauptstadt, sozusagen extra-muros, in eine viel rauere Welt aus Fels und Eis entführt zu haben. Damit wollte ich unseren österreichischen Gästen natürlich nicht nur ein Stück erhabener Berner Alpen mit ihren unvergleichlichen Naturschönheiten vorführen. Wir wissen es selbstverständlich, unser Nachbarland verfügt ebenfalls über eine ganze Menge von dieser faszinierenden und zugleich sperrigen Bergwelt.
Vielmehr führen uns heute die ausserordentlichen geographischen Gegebenheiten, die sich zeitgenössischen Bedürfnissen nach Güteraustausch und Mobilität entgegenstellen, hier nach Kandersteg. Die verkehrspolitischen Grossbauten unseres Landes, die gegenwärtig in die Tat umgesetzt oder besser gesagt förmlich in den Berg gehauen werden, hatten freilich ihren Ursprung in einem langwierigen politischen Prozess und letzten Endes in einem Entscheid des Schweizer Stimmvolkes im Jahre 1998. Dass der alpenquerende öffentliche Verkehr mit den Jahrhundertbauten am Lötschberg sowie am Gotthard eine Wirkung weit über die Landesgrenzen hinaus entfaltet und somit einen Beitrag der Schweiz an Europa darstellt, davon werden wir uns heute Nachmittag anlässlich der Besichtigung der NEAT-Baustelle am Lötschberg sicherlich noch überzeugen können.
Wir möchten aber ebenfalls mit dem Besuch von Herrn Nationalratspräsident Khol, einem hohen und einflussreichen Repräsentanten der österreichischen Politik, die Gelegenheit nutzen, den bilateralen Beziehungen, gerade zwischen unseren Parlamenten, ein weiteres Kapitel der freundschaftlichen Verbundenheit hinzuzufügen. Wir schätzen diese Kontakte von gleich zu gleich ausserordentlich, nach dem wir dieses Jahr ja bereits Bundesratspräsident Jürgen Weiss mit einer Delegation begrüssen durften.
Trotz der Tatsache, dass wir uns ähnlich sind und vielleicht sogar glauben, uns gegenseitig bestens zu kennen, sollten wir die Gelegenheit immer wieder nutzen, unsere Positionen einander zu erläutern.
Auf jeden Fall tun wir dies sehr gerne und wissen es zu schätzen, dass wir in unseren österreichischen Freunden stets aufmerksame und offene Zuhörer finden, die den schweizerischen Lösungsansätzen mit Interesse begegnen. Es ist überaus beruhigend, in unserem östlichen Nachbarland einen verlässlichen und wohlwollenden Partner zu wissen.
Ich erhebe nun auf eben diese österreichisch-schweizerische Freundschaft, die wir uns auch in Zukunft intensiv und bereichernd wünschen, das Glas.