Der Mangel an Fachkräften in Informatik- und Hightechberufen ist beinahe sprichwörtlich geworden. Die WBK des Nationalrates ortet nicht nur Handlungsbedarf, sondern zeigt auch Handlungsbereitschaft. Sie will einen Beschluss erarbeiten, welcher Sondermassnahmen erlaubt.

Bereits an ihrer Sitzung vom 29. Juni 2000 hatte sich die WBK mit drei parlamentarischen Initiativen befasst, die alle die gleiche Zielrichtung haben: Der Bund soll möglichst rasch Massnahmen ergreifen, um dem akuten Mangel an Spezialisten in der Informatik und in den Hightechberufen entgegen zu treten. Die drei Initiativen (Simoneschi, Strahm, Theiler, 00.409 - 11) enthalten einen übereinstimmenden Kern: sie fordern gezielt Massnahmen im Bereich der Weiterbildung und der Umschulung (Umschulungslehrgänge für Berufsleute, für Wiedereinsteigerinnen etc.).

Ein Handlungsbedarf wurde bereits damals erkannt. Offen blieb aber die Frage, welcher Weg am raschesten und sichersten zum Ziel zu führen verspricht. An der heutigen Sitzung hat die Kommission die Antwort erteilt: Sie beschloss mit 19 zu 0 Stimmen (bei 2 Enthaltungen), eine Kommissionsinitiative zu ergreifen. Sie will ihrem Rat einen Bundesbeschluss vorlegen, welcher dem Bund erlaubt, Weiterbildung und Umschulung im Bereiche der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien mit Sondermassnahmen zu fördern. Die Massnahmen sollen einen engen Bezug zur betrieblichen Praxis aufweisen, zielgruppen- und nachfrageorientiert sein und vermehrt Frauen zu einer beruflichen Tätigkeit in diesen Branchen anregen, in denen sie immer noch untervertreten sind.

Weiter figurierten auf der Tagesordnung zwei Leistungsaufträge des Bundesrates, welche den WBK zur Konsultation unterbreitet wurden, nämlich der Leistungsauftrag an das Bundesamt für Sport und eine Ergänzung des Leistungsauftrages des letzten Jahres an den ETH-Rat, die diesen dazu ermächtigt, sich an den Kooperationsprojekten der schweizerischen Hochschulen zu beteiligen.

"Die Sichtweise informierter Laien zu kontroversen Themen": Unter diesem vielversprechenden Traktandum versteckte sich eine Information über das sog. PubliForum zum Thema "Gentechnik und Ernährung", welches im Rahmen des TA-Programmes des Schweizerischen Wissenschaftsrates im vergangenen Jahr durchgeführt worden war und dessen Ergebnisse für die Kommission im Hinblick auf die bevorstehende Beratung der "Gen-Lex-Vorlage" von besonderem Interesse sind.

Die Kommission tagte am 30. August 2000 unter dem Vorsitz von Nationalrat Johannes Randegger (FDP/BS) in Bern.

Eine nicht alltägliche Fortsetzung nimmt die Sitzung am 31. August und am 1. September: Im Oktober 1998 hatte sich die Kommission eingehend mit dem ungewöhnlichen Schweizer Projekt für die Weltausstellung in Hannover, dem "Klangkörper" von Peter Zumthor, befasst. Damals hatte sich die Kommission in eine begeiserte Mehrheit und in eine skeptische Minderheit geteilt und damals wurde der Vorsatz gefasst, zu gegebener Zeit an Ort und Stelle einen Augenschein zu nehmen. Dieser Vorsatz wird nun umgesetzt.

Auf Einladung ihrer damaligen Kollegin und heutigen Generalkommissärin, a. Nationalrätin Ruth Grossenbacher, reist die Kommission - vermerkt sei: auf eigene Kosten! - zu einem Informationsbesuch nach Hannover.

Bern, 31.08.2000    Parlamentsdienste