Erstmals seit 1954 soll in der Schweiz wieder ein grosser Fussballanlass stattfinden: Gemeinsam mit Österreich kandidiert die Schweiz für die Durchführung der Fussball-Europameisterschaft 2008. Die WBK gibt dem Projekt Support.

Seit der WM von 1954 hat in der Schweiz keine grosse Fussballveranstaltung mehr stattgefunden. Nun bewirbt sie sich, gemeinsam mit Österreich, um die Durchführung der EM 2008, des drittgrössten wiederkehrenden Sportanlasses der Welt. (Botschaft 02.021n) Acht Stadien mit je mindestens 30 000 gedeckten Sitzplätzen (für das Finalspiel 50 000) verlangt das Pflichtenheft der UEFA: Acht Austragungsorte sieht das Konzept vor: Basel, Genf, Zürich und Bern einerseits, Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt andererseits.

Dieses "Zweckbündnis" einer gemeinsamen Kandidatur bringt beiden Ländern eine willkommene Plattform und Impulse auf verschiedenen Ebenen; für beide können die politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Folgen einer EM von grosser Bedeutung sein. Deshalb wird die Kandidatur sowohl vom Bund als auch von den betroffenen kantonalen und kommunalen Behörden unterstützt. An den budgetierten Organisationskosten von ca. 120 Millionen Franken soll sich der Bund mit einem Beitrag von 3,5 Millionen Franken beteiligen; 1 Million ist für bauliche Massnahmen zur Entwicklung der Medien- und Sicherheitsfunktionalität in den vier Stadien vorgesehen, 500 000 Franken fliessen in die Finanzierung einer nationalen Kampagne für die Gesundheitsförderung und die soziale Integration durch den Sport.

Mit 19 zu 1 Stimme, bei 2 Enthaltungen, stimmte die WBK dem beantragten Kredit zu. Mit ihrer klaren Zustimmung bringt die Kommission zum Ausdruck, dass sie die Kandidatur unterstützt und sie auch als Impuls für die Jugend und für den Sport in unserm Lande begrüsst. In der Diskussion schwang die Befürchtung mit, dass die gegenwärtigen Wirren an der Spitze der Fifa die Kandidatur beeinträchtigen könnten; umso mehr sollen sich Parlamentarierinnen und Parlamentarier für eine effiziente Unterstützung stark machen und mithelfen, der Kandidatur Schweiz-Österreich im Dezember zum Durchbruch zu verhelfen.

Anschliessend an die Beratung dieser Vorlage huldigte die WBK dem "K" für "Kultur" in ihrem Namen, indem sie der Schweizerischen Landesbibliothek einen Besuch abstattete.

Die WBK tagte am 8. Mai 2002 unter dem Vorsitz von Nationalrat Hans Widmer (SP/LU) in Bern.

Bern, 08.05.2002    Parlamentsdienste