In seinem Eintretensreferat präsentierte Bundesrat Hans-Rudolf Merz das Budget 2006, das unter Einhaltung der Schuldenbremse ein Defizit von 697 Millionen Franken veranschlagt. Die Kommission beurteilt das angenommene Wirtschaftswachstum von 1.8 % unter Beizug der neuesten zur Verfügung stehenden Zahlen als eher optimistisch und nimmt zur Kenntnis, dass das Ausgabenwachstum von 0.6 % geringer ausfällt als die Teuerung. Nach eingehender Diskussion kommt die Kommission zum Schluss, dass anlässlich der Detailberatungen kritisch zu prüfen ist, ob und wo Gegebenbewegungen zu den EP 03/04 auszumachen sind. Angesichts des ausgewiesenen Defizits soll der Voranschlag bis zur Wintersession kritisch und mit grosser Sorgfalt auf weitere Sparmöglichkeiten überprüft werden.
Der der Finanzkommission unterbreitete Finanzplan 2007 - 2009 weist über die Planperiode 2005 - 2009 einen nominellen Anstieg der Ausgaben von 3.4 % aus. Bemerkenswert ist, dass die Wachstumsrate ohne Einbezug des Aufgabengebiets Finanzen und Steuern noch 1.7 % beträgt. Der Gesamtanstieg ist zu mehr als 80 % auf die Bereiche soziale Wohlfahrt sowie Finanzen und Steuern zurück zu führen, wobei der Anstieg in den Bereichen Finanzen und Steuern zu wesentlichen Teilen durch den Finanzierungsbedarf der Sozialversicherungen verursacht wird. Die Kommission unterstützt den Finanzminister in seinen Bestrebungen, die Ausgabenentwicklung einzudämmen und die Finanzierung der Sozialversicherungswerke zu optimieren.
In Anbetracht der anstehenden strukturellen Reformen hat sich die Finanzkommission entschieden, anlässlich der Sitzungen der Subkommissionen den Diskussionen vermehrt eine aufgabengebietsbezogene, längerfristige Perspektive zu Grunde zu legen. Dieses Ziel soll durch zusätzliche Sitzungen der Subkommissionen unterstützt werden. Diesen stehen damit für die Beratungen mehr Zeit zur Verfügung, was Voraussetzungen für vertiefte Diskussionen schafft.
Traditionellerweise führt die Finanzkommission anlässlich der 1. Plenarsitzung zum Voranschlag eine Aussprache mit dem Präsidenten des Direktoriums der Nationalbank durch. Die Kommission diskutierte mit Herrn Roth verschiedene Punkte, die den Voranschlag und Finanzplan in den Kontext der allgemeinen nationalen und internationalen Wirtschaftslage stellen.
In einem weiteren Traktandum beantragt die Kommission ihrem Rat die Annahme der Motion 04.3810 Favre, die eine Überprüfung des staatlichen Aufgabenportfolios verlangt.
Bern, 22.08.2005 Parlamentsdienste