Mit einem bilateralen Handelsvolumen von 30,8 Milliarden Franken im Jahr 2021 ist Indien nach China der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien. Dank der Grösse des Marktes und dem ausgeprägten Know-how in verschiedenen Bereichen der Spitzentechnologie bietet Indien zahlreiche Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten für Schweizer Unternehmen. Auch ist die Schweiz eine wichtige Investorin in Indien. Mehr als 330 Schweizer Firmen sind über Niederlassungen oder Joint Ventures in Indien aktiv und hatten dort per Ende 2021 7,3 Milliarden Franken investiert.
Vor diesem Hintergrund strebt die Schweiz im Rahmen der EFTA ein umfassendes Freihandelsabkommen mit Indien an. Die entsprechenden Verhandlungen wurden 2008 aufgenommen und standen Ende 2013 kurz vor dem Abschluss, der dann aber nicht gelang. Nach mehreren Jahren ohne Verhandlungsrunde haben sich die Kontakte zwischen der EFTA und Indien in der jüngeren Vergangenheit wieder intensiviert. Ein künftiges Abkommen soll der Schweizer Exportwirtschaft einen möglichst diskriminierungsfreien Zugang zum indischen Markt sichern, die Rechtssicherheit erhöhen und die nachhaltige Entwicklung fördern.
Die Schweiz und Indien feiern dieses Jahr das 75-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen. Zudem hat Indien in diesem Jahr den G20-Vorsitz inne. In dieser Eigenschaft hat Indien die Schweiz zur Teilnahme am «Finance Track» und an den Arbeitsgruppen zur Korruptionsbekämpfung und zur Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich im Rahmen des «Sherpa Track» eingeladen.
Das EFTA-Parlamentarierkomitee führt regelmässig Besuche in Drittstaaten durch, mit denen die EFTA in Verhandlungen über den Abschluss oder die Erneuerung eines Freihandelsabkommens steht. Die Gespräche in Delhi und Mumbai sollen den Abgeordneten aus den vier EFTA-Staaten Gelegenheit bieten, sich aus erster Hand über die Positionen Indiens in diesen Verhandlungen zu informieren und auf parlamentarischer Ebene das Interesse der EFTA-Staaten an einem umfassenden, ambitionierten Abkommen zu bekräftigen.
Auf dem Programm des Arbeitsbesuchs stehen Treffen mit dem Unter- und dem Oberhaus des indischen Parlaments, dem Aussen- und dem Handelsministerium, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften. Den Aufenthalt in Mumbai werden die Abgeordneten zu einem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen aus den EFTA-Staaten nutzen.
Die EFTA/EU-Delegation wird auf diesem Arbeitsbesuch durch ihren Präsidenten, Ständerat Benedikt Würth (Die Mitte, SG), ihren Vizepräsidenten, Nationalrat Thomas Aeschi (SVP, ZG), sowie durch die beiden Nationalräte Eric Nussbaumer (SP, BL) und Hans-Peter Portmann (FDP, ZH) vertreten.