1918 wälzten die Stimmberechtigten die politischen Kräfteverhältnisse auf nationaler Ebene um: Mit ihrem Ja zur Verhältniswahl sorgten sie dafür, dass seither auch kleinere Parteien im Nationalrat vertreten sind. Wieso die Veränderung möglich wurde, wer die Vordenker waren und wie sich die Proporzwahl in den vergangen 100 Jahren entwickelte, zeigen die Parlamentsdienste in der Jubiläumsausstellung «100 Jahre Proporz» im Bundeshaus.

​1918 ist ein dramatisches/ereignisreiches Jahr für die Schweiz: Der Erste Weltkrieg steht im vierten Jahr, Menschen leiden Hunger, die Spanische Grippe fordert tausende von Todesopfern und das Land steht am Rande eines Bürgerkriegs. In diesem Umfeld schaffen die Stimmberechtigten die Grundlage für neue politische Kräfteverhältnisse in der Schweiz. Im dritten Anlauf stimmen sie am 13. Oktober 1918 einer Volksinitiative für ein neues Wahlsystem zu: Seither werden die Sitze im Nationalrat proportional zur Parteienstärke verteilt.
Zum 100-Jahr-Jubiläum des Proporzwahlrechts haben die Parlamentsdienste gemeinsam mit dem Basler Ausstellungsmacher Ruedi Stutz die Ausstellung «100 Jahre Proporz» konzipiert. Sie erstreckt sich im Parlamentsgebäude über drei Etagen. Sie thematisiert auf 16 Litfasssäulen die Schweiz von 1918 sowie anhand historischer Dokumente, Abbildungen und Plakate den Weg des Proporzes bis hin zur ersten Wahl nach neuem System im Oktober 1919. Sie stellt die wichtigsten Vordenker vor und erklärt unterschiedliche Proporzmodelle. «100 Jahre Proporz» schafft aber auch einen aktuellen Bezug zur Bundesversammlung und zu den nächsten eidgenössischen Wahlen im Oktober 2019.

Die Ausstellung wird am 12. Oktober 2018 mit einer Vernissage eröffnet, an die auch Medienschaffende eingeladen sind (siehe Anlage). Am Samstag, dem 13. Oktober 2018 – genau 100 Jahre nach dem Volks-Ja –, steht «100 Jahre Proporz» dem breiten Publikum für eine Besichtigung offen. Ein Rahmenprogramm, das verschiedene Aspekte des Proporzes beleuchtet, wird die Jahresausstellung begleiten. Hintergrundinformationen werden zudem fortlaufend auf www.parlament.ch aufgeschaltet.