Die Länder in der Sahelregion, ein Schwerpunkt der Subsahara-Afrika Strategie der Schweiz, sind mit grossen Herausforderungen konfrontiert. In den Grenzregionen nimmt der gewaltsame Extremismus zu und verschlechtert auch in Niger die Sicherheitslage. Das verschärft die humanitäre Krise - rund 3,7 Millionen Nigrerinnen und Nigrer sind auf humanitäre Hilfe angewiesen - und verstärkt die Armut. Der jungen Bevölkerung fehlt es an Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten. Niger ist nicht nur eines der schutzbedürftigsten Länder der Welt[1], sondern auch das wichtigste Transitland für Migrationsströme von Westafrika nach Europa.
Humanitäre Hilfe, Bildung und Migration sind denn auch zentrale Themen der Reise der Schweizer Delegation nach Niger.
- In einem Zentrum für physische Rehabilitation in Agadez trifft die Schweizer Delegation Menschen mit Behinderungen, die in fragilen Kontexten besonders auf Schutz und Unterstützung angewiesen sind. Das Zentrum des IKRK bietet ihnen technische Hilfsmittel wie Rollstühle und hilft ihnen, sich in der Gesellschaft und im Berufsleben zu integrieren. Gemäss der Aussenpolitischen Strategie 2020-2023 nutzt die Schweiz die Partnerschaft mit dem IKRK, um notleidende Menschen zu schützen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts zu gewährleisten. Mit seiner hochrangigen Delegation unterstreicht Bundespräsident Cassis die humanitäre Tradition der Schweiz auf dem ganzen Kontinent.
- In der Stadt Maradi besucht die Delegation ein Projekt der DEZA, das einen Beitrag zur Verringerung des Analphabetismus leisten soll. In Niger geht rund die Hälfte der Kinder nicht zur Schule.
- Ebenfalls auf dem Programm steht der Besuch eines Migrationszentrums. Notbedürftige Migrantinnen und Migranten haben hier die Möglichkeit, psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen und sich ausbilden zu lassen. Das Zentrum wird von der Schweiz unterstützt. Ein Ziel der Schweizer Migrationspolitik ist es, den Menschen vor Ort zu helfen und Perspektiven zu schaffen, auch um den Druck zu irregulärer Migration zu senken.
Hochrangige Kontakte in Niamey
In der Hauptstadt Niamey trifft die Schweizer Delegation den nigrischen Präsidenten Mohamed Bazoum. Dabei stehen die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Niger, die internationale Zusammenarbeit, regionale Fragen, der Klimawandel und die humanitäre Situation in der Sahelregion im Zentrum. Zudem trifft sich Nationalratspräsidentin Irène Kälin mit ihren Amtskollegen, dem Präsidenten der nigrischen Nationalversammlung, Seini Oumarou.