<p>Bern (sda) Eine Delegation der Aussenpolitischen Kommissionen (APK) ist am Mittwoch in Bern mit der österreichischen Aussenministerin Benita Ferrero-Waldner zusammengekommen. Sie wollte so bewusst einen Gegenpunkt zur Gesprächsverweigerung setzen. </p>

"Mit Freunden führt man das Gespräch, auch in schwierigen Zeiten", erklärte der Präsident der ständerätlichen APK, Bruno Frick (CVP/SZ), nach dem Treffen mit Ferrero-Waldner vor den Medien.

Die neue österreichische Regierung sei demokratisch gewählt und habe ein "sauberes Regierungsprogramm und saubere Personen", so Frick. Es gebe deshalb keinerlei Grund, weshalb sich die Schweiz von Österreich abwenden solle.

Keine braunen Flecken

Selbstverständlich habe sich die Delegation auch nach "braunen Flecken" erkundigt, sagte der Präsident der nationalrätlichen APK, Walter Frey (SVP/ZH). Ferrero-Waldner habe aber darlegen können, dass die neue Regierung keinerlei revisionistisches oder Nazi-Gedankengut pflege. Dass sie sich für frühere Äusserungen von Jörg Haider entschuldigt, habe man nicht erwarten können.

Die Schweiz verdanke Österreich viel, stellte Frick mit dem Hinweis auf das Engagement Österreichs bei den bilateralen Verträgen fest. Was ihm am meisten Sorge bereite, sei die "brutale" Art und Weise, wie die EU-Staaten mit einem kleinen Land umgingen. Damit sei ein EU-Beitritt für die Schweizer Bevölkerung weiter weggerückt denn je.

Die sechsköpfige Delegation bestand aus je zwei Mitgliedern der bürgerlichen Bundesratsparteien. Dass die SP dem Gespräch fern blieb, kritisierte Frick als "politischen Kulturverlust". Er bedauerte auch, dass die österreichische Aussenministerin nicht vom Bundespräsidenten zum üblichen Höflichkeitsbesuch empfangen wurde.

sda/ats 08.03.2000