<p>Bern (sda) Die Stiftung Solidarität Schweiz soll ein Werk der Jungen werden. Die Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK) hat beschlossen, dass die Mitglieder des Stiftungsrates jünger als 40-jährig sein müssen.</p>

Es gehe darum, mit der Stiftung die Solidarität der Schweiz im In- und Ausland zu erneuern und die humanitäre Tradition auf neue Generationen zu übertragen, sagte WAK-Präsident Franz Wicki (CVP/LU) am Freitag vor den Medien. Die einstimmige WAK sei von der Stiftungsidee überzeugt.

Bereits früher beschloss die WAK, dass der Erlös aus dem Goldschatz der Nationalbank von 1300 Tonnen zu einem Drittel an die AHV, die Kantone und die Stiftung gehen soll. Sie formulierte damit einen direkten Gegenvorschlag zur Goldinitiative der SVP, die das Volksvermögen der AHV zuhalten und so die Stiftung bodigen will.

Weltweit einzigartig

Die Drittelung des Erlöses aus den nicht mehr benötigten Währungsreserven sei mehrheitsfähig, sagte Wicki. Sie sei nachhaltig, da die Substanz nicht angetastet werde. Sie sei gerecht, da sie auch die Kantone einbeziehe. Sie sei ausgewogen, da sie die Anliegen aller Generationen berücksichtige.

Die WAK schlägt ihrem Rat vor, dass die junge Generation die Verantwortung für die Stiftung trägt. Der Stiftungsrat soll durch Personen bestellt werden, die das 40. Altersjahr noch nicht überschritten haben - was von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) begrüsst wird.

Diese unkonventionelle Alterslimite sei weltweit einzigartig, sagte WAK-Mitglied Vreni Spoerry (FDP/ZH). Sie garantiere eine permanente Erneuerung, die traditionellen Organisationen oft fehlten. Die Stiftung soll ein Werk der Jungen werden, aber nicht allein für die Jungen.

Neuer Anlauf

Damit werde die 1997 vorgeschlagene Stiftung völlig neu angegangen, sagte Spoerry. Es handle sich nicht um einen Kniefall vor Forderungen aus den USA oder eine Schuldanerkennung wegen Fehlern im Zweiten Weltkrieg. Vielmehr wolle ein privilegiertes Land etwas für die Unterprivilegierten im In- und Ausland tun.

Die Stiftung werde die einmalige Chance haben, relativ viel Geld über lange Zeit (vorerst 30 Jahre) einzusetzen, sagte Spoerry. Als Beispiele für Projekte nannte sie die Ausrottung der Kinderlähmung oder von Tropenkrankheiten, die Ausbildung vergessener Menschen in Flüchtlingslagern, die Armutsbekämpfung und den Jugenddialog.

Villiger einverstanden

Die Stiftung soll aber nicht staatliche und private Tätigkeiten ersetzen, sondern sie vielmehr - wo Not ist - ergänzen. Ihre Arbeit soll vom Parlament kontrolliert werden, ohne dass ihr Handlungsspielraum dadurch eingeschränkt würde. Die Fondsverwaltung wird ihr abgenommen.

Finanzminister Kaspar Villiger unterstütze den "Goldkompromiss" der WAK, sagte sein Delegierter für Kommunikation Daniel Eckmann. Der Bundesrat werde die Frage, ob der Ertrag von 500 Tonnen Gold der Stiftung zukommen solle oder gemäss Antrag der WAK nur von 433 Tonnen, nicht zu einer Prinzipfrage machen.

Notiz: Die Meldung bsd075 wurde völlig neu gefasst.

sda/ats 04.05.2001