<p>Bern (sda) Nach dem Nationalrat soll auch der Ständerat die Lehrstellen-Initiative ablehnen. Seine Kommission (WBK) beantragt dies mit 11 zu 1 Stimmen. Eine Alternative sieht sie im neuen Berufsbildungsgesetz. </p>

Mit der Forderung nach einem verfassungsmässigen Grundrecht auf berufliche Ausbildung gehe die Initiative der Gewerkschaftsjugend und anderer Jugendorganisationen zu weit, sagte WBK-Präsident Peter Bieri (CVP/ZG) vor den Medien. So sah es auch der Nationalrat, als er das Volksbegehren in der Wintersession mit 110 zu 55 Stimmen verwarf.

Vorbehalte hat die Ständeratskommission auch gegen die Verpflichtung von Bund und Kantonen, für ein genügendes Angebot an Ausbildungsplätzen zu sorgen. Laut Bieri droht die Gefahr, dass die öffentliche Hand bei Ausbildungsknappheit Lehrstellen schafft, deren Abgänger auf dem Arbeitsmarkt dann keinen Platz finden.

Ebenso wenig Anklang fand der von den Initianten geforderte nationale Berufsbildungsfonds aus Beiträgen der Arbeitgeber. Diese Lösung sei zu wenig flexibel, zu teuer, administrativ zu aufwändig und zu attraktiv für Trittbrettfahrer, sagte WBK-Vizepräsidentin Christiane Langenberger (FDP/VD).

Als den besseren Weg erachtet die WBK das neue Berufsbildungsgesetz, das nur branchenbezogene Fonds vorsieht, Anreize verstärkt und das finanzielle Engagement des Bundes erhöht. Die noch in der Detailberatung steckende Vorlage soll im Sommer in den Zweitrat kommen, während die Initiative wegen der gesetzlichen Fristen bereits im März behandelt werden muss.

sda/ats 12.02.2002