<p>Bern (sda) Die Anhänger von Formel-1-Rennen in der Schweiz dürfen weiter hoffen. Mit 12 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen ist die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates auf die Vorlage eingetreten, die Rundstreckenrennen wieder ermöglichen würde.
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Die KVF ist daran, eine im Herbst 2004 vom Rat mit 88 zu 75 Stimmen überwiesene Initiative des Aargauer SVP-Vertreters Ulrich Giezendanner zu konkretisieren. Behandlungsreif ist das Geschäft trotz ihrem Eintretensentscheid noch nicht: Der Bericht soll über zusätzliche Ausführungen zur Umweltproblematik ergänzt werden.

Laut Präsident Otto Laubacher (SVP/LU) stehen sich in der KVF weiterhin zwei Lager gegenüber. Die bürgerlichen Befürworter erwarten von Rundstreckenrennen wirtschaftliche, touristische und technische Impulse. Die links-grüne Minderheit ist besorgt um die Umwelt und sieht in Autorennen ein falsches Signal an die Jugend.

Die anvisierte Änderung des Strassenverkehrsgesetzes werde allgemein überschätzt, sagte Laubacher am Montag vor den Medien im Bundeshaus. Es gehe nur darum, ein 50-jähriges Verbot aufzuheben. Ob es in der Schweiz je wieder Formel-1-Rennen geben werde, sei völlig offen. Auf alle Fälle wäre dazu eine Bewilligung des betreffenden Kantons nötig.

Im Sinne der Minderheit soll der Umweltaspekt im Kommissionsbericht noch etwas eingehender behandelt werden. Jetzt sind ihm nur zwei kurze Abschnitt gewidmet. Möglicherweise führt der Bundesrat zur KVF-Vorlage eine Vernehmlassung durch, bevor sich die grosse Kammer damit befasst. Zwingend ist dies laut Laubacher nicht.

Das Verbot von Rundstreckenrennen in der Schweiz war eine Folge eines Unfalls, der 1954 auf der Rennstrecke von Le Mans passierte. Damals verloren über 80 Menschen ihr Leben, als ein Rennwagen ins Publikum flog.