In Österreich wurde am 18. Dezember 2017 Sebastian Kurz mit 31 Jahren zum jüngsten Bundeskanzler, den es dort je gegeben hat. Dazu gibt es eine interessante Parallele zur Schweiz: auch hier war der Jüngste, der je in den Bundesrat gewählt worden ist, 31 Jahre alt. Es handelte sich um den Neuenburger Numa Droz, geboren 1844, gestorben 1899.

Der aus La-Chaux-de-Fonds stammende Numa Droz hatte zuerst in einer Uhrenfabrik eine Lehre absolviert, wollte danach Missionar werden und bildete sich schliesslich im Selbststudium zum Lehrer weiter.
1871 bis 1875 war er Mitglied der Neuenburger Kantonsregierung und ab 1872 vertrat er gleichzeitig seinen Kanton im Ständerat. Am 6. Dezember 1875 wählten ihn seine Kollegen der kleinen Kammer zu ihrem Präsidenten. Er war damals 31 Jahre alt und bleibt bis heute der jüngste Ständeratspräsident der Schweiz.
Unbestritten war die Wahl offensichtlich nicht: es brauchte dafür acht Wahlgänge. Numa Droz Intermezzo auf dem Präsidentensessel war kurz. Zwölf Tage später, am 18. Dezember 1875, wählte ihn die Vereinigte Bundesversammlung in den Bundesrat.
Übrigens: die zweitjüngsten Mitglieder der Landesregierung waren die 34-jährigen Ruth Metzler (gewählt im März 1999) und Jakob Stämpfli (gewählt im Dezember 1854).

 
 
 

Numa Droz im Historischen Lexikon der Schweiz
Faktenblatt Ständeratspräsidenten
Das Alter der Bundesräte, SDA-Meldung in der Aargauer Zeitung vom 14.12.2011