In diesem Punkt herrscht Einigkeit: Der Weiterbildung kommt in unserer Zeit eine immer grössere Bedeutung zu. Mit ihrem 1997 überwiesenen Postulat (97.3249) hatte die WBK eine kleine Kaskade ausgelöst: Es führte erstens zum Expertenauftrag, einen Bericht zur "Weiterbildung in der Schweiz" zu erarbeiten; das Ergebnis (der sog. Bericht Gonon/Schläfli), liegt seit November 1998 vor. Im September 2000 hat zweitens der Bundesrat seinen Bericht "Elemente einer Bundespolitik für die Weiterbildung in der Schweiz" verabschiedet: Darin nimmt er Position zum zitierten Expertenbericht, berücksichtigt aber auch die heutige Ausgangslage, die durch die nachgeführte Bundesverfassung und durch den Entwurf zu einem neuen Berufsbildungsgesetz entstanden ist. In der Diskussion kam deutlich zum Ausdruck, dass nach dem Willen der WBK die Weiterbildung zu stärken ist und dass diesem Aspekt bei der bevorstehenden Beratung des Berufsbildungsgesetzes ein besonderes Augenmerk geschenkt werden soll.
"Weiterbildung" war auch das Thema des zweiten Traktandums: Eine Standesinitiative des Kantons Solothurn (99.304) verlangt ebenfalls ein verstärktes Engagement des Bundes in diesem oft als Schlüssel zum 21. Jahrhundert bezeichneten Gebiet. Sie fordert vor allem einen Systemwechsel in der Finanzierung der Weiterbildung: den Wechsel von der angebots- zur nachfrageorientierten Finanzierung. Ohne Gegenstimmen, aber bei zwei Enthaltungen, beschloss die WBK, der Initiative keine Folge zu geben. Der Bundesrat soll jedoch via Postulat ersucht werden, einen Bericht über die Möglichkeiten eines solchen Systemwechsels vorzulegen - mit dem Ziel, die Beteiligung an der Weiterbildung zu stärken. Dieses Postulat wurde mit 16 zu 0 Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen. - Einen ähnlichen Vorstoss hat bereits der Ständerat überwiesen; dieser hat jedoch seinen Prüfungsauftrag auf die berufsorientierte Weiterbildung eingeschränkt, während die WBK N hier bewusst und gezielt eine Öffnung vorgenommen und einen umfassenderen Weiterbildungsbegriff gewählt hat.
"Perspektiven für 2008" oder "Durch Bildung und Forschung die Zukunft gestalten": Unter diesem Motto hat die Kommission ihre Aufgabe der "regelmässigen Verfolgung der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in ihren Sachbereichen" (GRN Art. 15) wahrgenommen. Diese zukunftsorientierte, engagierte Diskussion wurde in Gegenwart von Staatssekretär Charles Kleiber, einer Delegation des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates und der Direktoren der Bundesämter für Bildung und Wissenschaft und für Berufsbildung und Technologie geführt. Die Kommission schloss diese Sitzung im Bewusstsein ab, damit eine Diskussion eröffnet zu haben, die der Fortsetzungen bedarf.
Die Kommission tagte unter dem Vorsitz von Nationalrat Johannes Randegger (FDP/BS) am 16./17. November 2000 in Bern.
Bern, 20.11.2000 Parlamentsdienste