«Wir wollen ein würdevolles Zuhause für ein glaubwürdiges und modernes Parlament», sagte Ständeratspräsident Rolf Büttiker am Donnerstag vor den Medien. Das Vorhaben unter dem Motto «vom Flickwerk zur Gesamtsanierung» kostet 83 Millionen Franken, welche die Räte in zwei Tranchen 2003 und 2005 bewilligt haben.
Erste 11 Millionen wurden für das Projekt «Neubelegung» gesprochen, das vor allem zusätzliche Arbeitsplätze für die Abgeordneten und die Fraktionen schafft. Für mehr Luft sorgt nicht zuletzt der Auszug der Medien, die im Juni an der Bundesgasse ein für 42,5 Millionen erstelltes eigenes Zentrum beziehen.
Repräsentativer Besuchereingang
Zur ersten Tranche gehört auch eine neue Cafeteria in der schön gelegenen «Galerie des Alpes». Der zweite Kredit von 72 Millionen dient nun vor allem dazu, die veraltete Haustechnik zu ersetzen, Dächer, Kuppeln und Fassaden zu renovieren, die Sitzungszimmer mit modernster Technik auszurüsten, neue Treppen und Lifte einzubauen.
Als «Visitenkarte» soll das Parlamentsgebäude zudem einen repräsentativen Besuchereingang von der Bundesterrasse her erhalten. Heute werden die jährlich rund 100 000 Besucherinnen und Besucher durch ein befristetes Provisorium im Hof des Bundeshaues Ost geschleust.
Freie Bahn dank Flimser Session
Mit dem neuen Besuchereingang werden die Arbeiten 2008 abgeschlossen. Sie beginnen in den nächsten Wochen mit der Baustelleninstallation. Im Juli startet dann die fünfmonatige Intensivbauphase. Sie wird dadurch erleichtert, dass das Parlament seine Herbstsession «extra muros» in bündnerischen Flims abhält.
Im November 2006 werden die Anlagen für die Wintersession provisorisch in Betrieb genommen. Während eines Jahres folgen dann kürzere Intensivbauphasen zwischen den Sessionen. Auf die Wintersession 2007 hin steht des renovierte und umgebaute Haus den Räten und seinen andern Benutzern wieder voll zur Verfügung.
Grosse Beeinträchtigungen
Bis dahin gibt es im Parlamentsgebäude und darum herum grosse Beeinträchtigungen. Nicht nur der Ratsbetrieb ist bloss reduziert möglich. Sämtliche Arbeitsplätze müssen ausgelagert werden, die Kommissions- und Fraktionssitzungen auswärts stattfinden. Die Tribünen bleiben während der Sessionen zugänglich, doch finden keine Führungen statt.