Lors des sessions de l’Assemblée fédérale, les membres du Conseil des Etats s’installent à leur place réservée tout autour de la salle du Conseil national. Chaque siège est orné de motifs de plantes savamment sculptés dans le bois – ces larges panneaux ont été dessinés par le sculpteur d’origine allemande Ferdinand Huttenlocher et réalisés par son élève, le biennois Otto Weber. Rosmarie Honegger, professeure émérite en phytobiologie de l’Université de Zurich, signe dans sa «Berner Bundeshausbotanik» un commentaire exhaustif de ces 44 chefs d’œuvre – en voici un aperçu.
Bei Sitzungen der Vereinigten Bundesversammlung nehmen die Ständeratsmitglieder auf den für sie reservierten Sitzen hinten im Nationalratssaal Platz. Jeder Sitz ist mit Pflanzenmotiven geschmückt, die kunstvoll ins Holz geschnitzt sind. Diese grossen Holzplatten wurden vom deutschen Bildhauer Ferdinand Huttenlocher entworfen und von seinem Schüler, dem Bieler Otto Weber, hergestellt. Die «Berner Bundeshausbotanik» ist diesen 44 Meisterwerken gewidmet. Sie wurde von Rosmarie Honegger, emeritierte Professorin der Pflanzenbiologie an der Universität Zürich, verfasst. Hier ein Überblick:
Aargau (AG)
Die Gartenerbse, ein Schmetterlingsblütler, umrahmt von einer Wald-Erdbeere, einem Rosengewächs, schmücken den linken – die Stachelbeere und die Rote Johannisbeere, den rechten Sitz der Aargauer Ständeräte.
Huttenlocher wählte Erbse, Erdbeere und die beiden Beerensträucher nach seinen eigenen Angaben gezielt für den Kanton Aargau; dies zweifellos als Referenz auf die 1886 gegründete Firma Hero in Lenzburg. Die Gartenerbse war die erste Gemüseart, die dort als Lebensmittelkonserve verarbeitet wurde. Später wurden Konfitüren aus Beerenobst hergestellt und oft in grossen Mengen für Grossküchen abgepackt.
Links: Erbse (hier: Futtererbse, Pisum sativum subsp. Arvense), Erdbeere (hier: Walderdebeere, Fragaria vesca, Gartenerdbeere, F. x ananassa und die rosa blühende Ziererdbeere)
Rechts: Kulturformen der Stachelbeere (Ribes uva-crispa = R. grossularia) und der Johannisbeere (Ribes rubrum, rot- und weissfrüchtige Sorten)
Kantone Appenzell Inner- und Ausserrhoden (AI & AR)
Wieso Huttenlocher den beiden Appenzell zwei in Europa beliebte Zierpflanzen aus fernen Landen zugeordnet hat, bleibt sein Geheimnis. Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), ursprünglich in Mittel-und Südamerika beheimatet, auf dem Innerrhodnersitz und die Balkongeranie (Pelargonium-Hybride), Zuchtform von aus Südafrika stammenden Storchenschnabelgewächsen, auf dem Ausserrhodner Sitz sind sehr schön anzusehen, haben aber mit diesen Halbkantonen direkt nichts zu tun.
Unter den Künstlern und Kunsthandwerkern um 1900 war die Kapuzinerkresse ein sehr beliebtes Motiv. Verschiedene Jugendstilobjekte wurden mit Kapuzinerkresse-Dekor geschmückt.
Die aus Südafrika stammenden Pelargonien erfreuen sich seit der Einfuhr von Wildformen nach Europa im frühen 17. Jahrhundert grosser Beliebtheit; holländische und später auch englische Seefahrer hatten sie auf dem Rückweg von ihren asiatischen Kolonien mitgebracht.
Links: Kapuzinerkresse (hier: Tropaeolum majus), Immergrün (Hier: Kleines Immergrün, Vinca minor)
Rechts: Balkongeranie (hier: Pelargonium zonale- Hybride), Kreuzblütler (hier: Blaukissen, Aubrieta)
Kantone Basel Stadt und Basel Land (BS & BL)
Hauptmotiv der beiden Basler Sitze ist Steinobst aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Dem Halbkanton Basel Stadt hat Huttenlocher die Zwetschge zugeordnet, die mit der Pflaume nah verwandt ist. Den Baselbieter Sitz schmückt ein Kirschbaum, eine der vielen Zuchtformen des wilden, einheimischen Vogel-Kirschbaums.
Die Kirsche passt gut zum Kanton Basel Land, zumal hier eines der beiden wichtigsten Anbaugebiete für Tafelkirschen in der Schweiz liegt (das andere umfasst die Innerschweiz). Weniger gut scheint die Zwetschge zu Basel Stadt zu passen, dem flächenmässig kleinsten Kanton der Schweiz, der heute sehr dicht besiedelt ist. Die Schweizer Hauptanbaugebiete für Pflaumen und Zwetschgen liegen in der Nordost- bis Nordwestschweiz, Kanton Basel-Land inbegriffen, und im Wallis.
Links: Zwetschge (Prunus x domestica, hier: Sorte «Hanita»), Efeu (Hedera helix)
Rechts: Süsskirsche (Prunus avium, hier: Sorte «Schauenburger»), Zaunwinde (Calystegia sepium)
KANTON BERN (BE)
Mit der auf dem linken Berner Ständeratssitz neben einem nicht genauer identifizierbaren Körbchenblütler (Asteraceae) dargestellten Blume gibt uns Huttenlocher ein Rätsel auf! Ähnlichkeiten weisen Ziertabak-Arten oder die Wunderblume auf.
Das von den Pyrenäen bis in die Ostalpen und Karpaten verbreitete Edelweiss wird von Huttenlocher mit der aus dem östlichen Mittelmeergebiet bis Syrien stammenden Madonnenlilie auf dem rechten Ständeratssitz kombiniert.
Das Alpen-Edelweiss ist eine von 30-40 Arten der Gattung Leontopodium, deren Hauptverbreitungsgebiet in den asiatischen Gebirgsregionen liegt (Himalaja, Altai bis China). Vor 1900 waren Edelweiss Symbole der Reinheit. Heute ist das wildwachsende Edelweiss im ganzen Alpenraum geschützt. Damals wie heute bringt man das Edelweiss eher mit Kommerz in Verbindung als mit Reinheit.
Links: Körbchenblütler (hier: Margerite, Leucanthemum vulgare), Rätselpflanze: Ziertabak (Nicotiana alata, Mitte), oder Wunderblume (Mirabilis jalapa, unten, rosa und tiefrot blühende Sorten)?
Rechts: Edelweiss (Leontopodium alpinum, hier: Kulturform «Helvetia»), Madonnenlilie (Lilium candidum)
Le canton de Fribourg (FR)
Ferdinand Huttenlocher a attribué au canton de Fribourg le blé et l’orge; le «qui est qui» n’est pas très clair dans la représentation des deux céréales. Les connaisseurs se demandent si la gerbe aux longs pédoncules (image de gauche) pourrait être le blé «Rouge de Gruyère».
Il s’agit d’une variété locale, qui produit des épis relativement courts et fournit un faible rendement, mais qui frappe par la longueur de ses tiges. Cette variété a été beaucoup cultivée au 19ème siècle dans le canton de Fribourg, où le tissage – une activité qu’on pouvait exercer à domicile – était une source de revenu importante. Autour de 1865, on générait avec le tissage de la paille autant de bénéfices qu’avec l’exportation du fromage.
Gauche: Blé (Triticum), liseron (Convolvulus arvensis) et coquelicot (Papaver rhoeas)
Droite: céréale (Triticum ou Hordeum), nielle (Agrostemma githago) et coquelicot (Papaver rhoeas)
Canton de Genève (GE)
Le sculpteur Ferdinand Huttenlocher a représenté un lac Léman d’inspiration océanique sur le dossier du premier siège des sénateurs du canton de Genève. Une algue marine brune y enlace des poissons et l’on y reconnaît la coquille du pied de pélican. Sur le siège de droite, le traditionnel marronnier d’Inde, arbre à savon, côtoie des fougères, des champignons et un cerf majestueux.
Qu’est-ce qui a poussé Huttenlocher à orner de faune marine le siège d’un sénateur genevois? Peut-être voulait-il rendre ainsi hommage à ces scientifiques genevois qui ont fait tant avancer la recherche sur la biodiversité marine dans la deuxième moitié du 19ème siècle. On peut citer par exemple le scientifique genevois René-Edouard Claparède. Ce professeur de zoologie à l’Université de Genève a décrit moult espèces de microorganismes sous-marins. Son fils adoptif, Herman Fol, spécialisé dans les invertébrés marins, a fondé la cytologie et la station de recherche de Villefranche-sur-Mer, sur la Côte d’Azur.
Gauche: Algue marine brune stylisée (Phaecophyceae, Heteroconta; ici: Taonia atomaria); coquille du pied de pélican (Aporrhais pespelecani; gastéropode marin)
Droite: en haut: marronnier d’Inde (Aesculus hippocastanum) infesté de mineuses du marronnier (Cameraria ohridella). En bas: marronnier à fleurs rouges (A. x carnea).
KANTON GLARUS (GL)
Dem Kanton Glarus hat Huttenlocher einen stark stilisierten Fingerhut, ein Wegerichgewächs, zugeordnet und einen ebenso stark stilisierten Blütenstand des Schwalbenwurzenzians, ein Enziangewächs.
Bei der stark stilisierten Pflanze dürfte es sich um den weit verbreiteten Roten Fingerhut handeln, der uns in den Sommermonaten mit seinen wunderschönen Blütenständen erfreut. In die einzelnen Blüten kriechen vor allem Hummeln als Bestäuber. Sämtliche Pflanzenteile des Roten wie auch des Gelben Fingerhutes sind giftig. Aus ihnen wurde eine Gruppe von Wirkstoffen extrahiert, die als Herzglycoside bezeichnet und bis heute verabreicht werden. Der Schwalbenwurzenzian lebt in lichten Wäldern, auf Weiden und in Sumpfwiesen bis zur Waldgrenze.
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea). Schwalbenwurzenzian (Gentiana asclepiadea)
Source: Rosmarie Honegger, Berner Bundeshausbotanik, Die Ständeratssitze im Nationalratssaal, Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich NGZH, 220. Stück, 2018, 200 S.
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