Madame la Présidente de la Confédération,
Arrivé au terme de cette matinée, il est temps pour moi de prendre congé de la conseillère fédérale Micheline Calmy-Rey, cette fois en ma qualité de président du Conseil des Etats.
Sie mögen sich bestimmt an Ihren ersten Auftritt im Parlament erinnern: Selbstverständlich begangen Sie Ihre Tätigkeit bei uns im Ständerat. Mein Vorgänger, Gian-Reto Plattner, begrüsste Sie am 3. März 2003 – am ersten Sessionstag übrigens – mit der Bemerkung: Sie würden in diesem Saal aufmerksame, aber immer auch kritische Zuhörerinnen und Zuhörer antreffen. Und sie würden sich für die Diskussionen im Ständerat sehr gut vorbereiten müssen. Er prophezeite Ihnen, dass Sie nicht immer gewinnen werden. Aber – ich zitiere: „Sie kennen ja als Politologin das System der „checks and balances“. Wir freuen uns auf die Auseinandersetzungen mit Ihnen“.
Auseinandersetzungen hatten wir. Es waren bereichernde, faire und gelegentlich harte Diskussionen, die wir mit Ihnen in diesem Rat führen konnten. Wie uns der Genfer Soziologe Uli Windisch in seiner Dissertation « Lutte des clans, lutte des classes – Chermignon, la politique au village » bereits in den 80er Jahre darlegte, lassen sich die Bürgerinnen und Bürger Ihres Heimatortes von niemandem etwas sagen und packen die Dinge nach ihrem Gusto an. Auf die Eigenwilligkeit der Walliser Gemeinde macht auch die Etymologie einen Hinweis: Chermignon hiess einst „Tsèrmegnôn“, was „grand torrent“ – oder auf Deutsch: grosser Sturzbach bedeutet. Wir waren also vorgewarnt…
Ich hatte jedoch immer auch den Eindruck, dass Sie sich in der Atmosphäre der kleinen Kammer nicht unwohl gefühlt haben. Vielleicht lag es daran, dass der Ständerat häufiger als Erstrat bezeichnet wird als die grosse Kammer. Damit wird sein Einflusspotenzial auf die Gesetzgebung grösser, wie eine Studie der Universität Bern schlussfolgerte. Man nennt dies Agenda-Setting-Effekt. Oder anders ausgedrückt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Von 16 Politbereichen befindet sich der Ständerat in deren zwölf im Vorteil. Unter anderem in der Europapolitik.
Frau Bundespräsidentin
Als erste Schweizer Aussenministerin haben Sie versucht, unser Land aus dem "Sonderfall" zu führen und dem Land dank "aktiver Neutralität" eine neue Rolle zu geben. Sie haben der Bevölkerung gezeigt, dass ein neutrales Land aktiv auf dem aussenpolitischen Parkett eine Rolle spielen kann. Und mit den traditionellen "Guten Diensten" haben Sie Erfolge verbuchen können. Sie haben die schweizerische Aussenpolitik offensiv geführt und neu geprägt.
Madame la Présidente de la Confédération,
Tout au long de votre mandat, vous avez été animée du désir de servir la Suisse, notre patrie. François Mitterrand, autre président socialiste, disait: « Le patriotisme, c’est bien sûr l’amour du sol où l’on est né, mais c’est aussi et surtout assurer la paix de la patrie. »
Kein Zweifel, Sie sind eine Patriotin. Ihre Liebe zur Schweiz haben Sie öfters mit modischen Accessoires und klaren Worten bekundet: Patriotismus heisse, so sagten Sie einmal, die Beziehung zum Land. Die Beziehung zur Landschaft, zu den Bergen und Wiesen. Aber auch die Beziehung zu Gerüchen und Geschmäckern. Zu allem, was uns einige und zusammenhalte. Ein Genfer und ein Schwyzer – das gilt bestimmt auch für eine Genferin und einen Appenzeller – hätten unterschiedliche Mentalitäten, doch der Patriotismus eine sie.
„Wer die Heimatberge nicht liebt, kann auch fremde Täler nicht lieben“. Ich meine, dieses kaukasische Sprichwort passt perfekt zu Ihnen und zu dem, was Sie in ihrer Amtszeit repräsentierten.
Madame la Présidente,
La boucle est maintenant bouclée; vous avez commencé votre mandat de conseillère fédérale par un passage au Conseil des Etats, vous allez le terminer au Conseil des Etats.
Autrement dit: tout commence et tout finit au Conseil des Etats, et ce n’est pas votre successeur au Conseil fédéral qui pourra nous contredire…
Au nom du Conseil des Etats, permettez-moi de vous dire toute notre gratitude pour l’engagement dont vous avez fait preuve toutes ces années et pour le visage que vous avez donné, ici et ailleurs, à notre politique étrangère.
Notre reconnaissance s’adresse également aux collaboratrices et collaborateurs de votre département.
Je vous souhaite un heureux et fructueux avenir et forme tous mes vœux pour votre santé et celle de vos proches.