Cantone Ticino (TI)
I motivi che decorano i seggi dei consiglieri agli Stati richiamano il clima mite del loro Cantone. Un colibrì gigante si nutre del nettare di un epicactus in piena fioritura (Epiphyllum hybrid). In volo stazionario, inclina la testa all’indietro senza vedere il serpente che saetta la sua lingua biforcuta verso di lui. Un grande pappagallo, senza dubbio un ara, originario dell’America del Sud, stringe nel becco una pannocchia di mais ben matura (Zea mays).
Gli epicactus hanno ridotto il loro fogliame per perdere meno acqua e sopravvivere così alle siccità estreme. Le loro varietà colturali, molto apprezzate in Svizzera, fioriscono spesso a lungo, in una gamma di colori che va dal rosso al giallo passando per l’arancio, il rosa e il carminio.
Quanto al mais, cereale degli Inca e degli Aztechi, nelle valli ticinesi ha sostituito la patata quando la peronospora ha distrutto i raccolti negli anni attorno al 1840, diventando un alimento di base accanto alle castagne e ai cereali.
Links: Blattkaktus (Epiphyllum-Hybride).
Rechts: Mais (Zea mays), Kulturform und Ziersorten mit unterschiedlich gefärbten Körnern.
Kanton Thurgau (TG)
Zum Kanton Thurgau passen gut der Birn- und Apfelbaum. Unter dem Birnbaum wachsen wilde Rosen, darunter eine mit stacheligen Hagebutten. Unter dem Apfelbaum gedeiht Klee.
Der Thurgau ist, neben dem Wallis und der Waadt, das wichtigste Anbaugebiet für Kernobst in der Schweiz. Beim Anbau von Tafeläpfeln ist die Region Ostschweiz schweizweit führend. Bei den Birnen wird sie vom Kanton Wallis übertroffen. Seit 2016 besitzt das Naturmuseum des Kantons Thurgau in Frauenfeld eine einzigartige Sammlung von 299 Obstmodellen aus Bienenwachs, darunter je 104 Apfel- und Birnensorten. Dieses 200-jährige, wunderbar erhalten gebliebene «Obstcabinet» des deutschen Pfarrers und hoch angesehenen Pomologen Johann Volkmar Sickler ist eine kulturgeschichtliche Kostbarkeit.
Links: Birne (Pyrus x communis), Apfelrose (Rosa villosa, Blüte und Frucht).
Rechts: Apfel (Malus x domestica, hier: Berner Rosen), Klee (hier: Rot-, Weiss- und Bastardklee, Trifolium pratense, T. repens, T. hybridum).
Kanton Unterwalden: Ob- und Nidwalden (OW & NW)
Den Sitz des Kantons Obwalden schmücken zwei Rosengewächs: der Maulbeerbaum und der eingrifflige Weissdorn, jenen des Kantons Nidwalden der Haselnussstrauch, ein Birkengewächs. Ein Bergziegen-Paar (eine lokale Rasse der Hausziege), in Obwalden der Bock, in Nidwalden die Geiss, bäumen sich auf, als ob sie von den Früchten des Weissdorns naschen möchten. Diese wurden früher gesammelt und dem Tierfutter beigemischt.
Wie die Früchte des nahe verwandten Vogelbeerbaums und anderer Sorbus-Arten enthalten Mehlbeeren beträchtliche Mengen an Sorbit (= Sorbitol), eines Zuckeralkohols, der zwar süss schmeckt, zu dessen Umwandlung in Frucht- oder Traubenzucker (Glucose oder Fructose) aber kein Insulin benötigt wird. Sorbit, aus Sorbus-Arten extrahiert, wurde als erster Süssstoff für Diabetiker eingesetzt.
Seit der Mittelsteinzeit haben Europäer die Haselnuss als nahrhaftes und gut lagerfähiges Nahrungsmittel gesammelt und geschätzt. Noch im 2. Weltkrieg hat man sie fleissig gesammelt, aber heute, in einer Periode mit noch nie da gewesenem Nahrungsüberfluss, bückt sich hier zu Lande kaum mehr jemand nach Haselnüssen, die man erst noch aufklopfen müsste vor dem Verzehr.
Links: Mehlbeerbaum (Sorbus aria), Eingriffliger Weissdorm (Crataegus monogyna).
Rechts: Haselnussstrauch; unten: noch geschlossenen Kätzchen der Europäischen und der Lamberts-Hasel.
Kanton Uri (UR)
Den linken Urner Ständeratssitz schmückt ein Alpenveilchen, den rechten eine Schwertlilien-Art (möglicherweise die Sibirische Schwertlilie, Iris sibirica) und ein Veilchen.
Im Gebiet des Kantons Uri kommt das Europäische oder Gemeine Alpenveilchen vor. Es erfreut uns im Spätsommer bis Herbst mit seinen zierlichen Blüten. Im Kanton Uri kommen sowohl die Sumpf-, wie auch die Sibirische Schwertlilie an wenigen Feuchtstandorten vor; beide sind hier absolut geschützt, dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden.
Ihrer enormen Schönheit wegen wurden Iris-Arten seit dem Altertum kultiviert; heute gibt es tausende Zuchtsorten. Die grösste Iris-Sammlung Europas mit ca. 1600 Sorten befindet sich in den Merian-Gärten in Brüglingen (BS). Sie beinhaltet die berühmte Iris-Sammlung der Gräfin Helene von Stein-Zeppelin mit einem hohen Anteil an historischen Sorten, die heute nicht mehr im Handel sind.
Links: Alpenveilchen (hier: Efeublättriges Alpenveilchen, Cyclamen hederifolium), blühend und verblüht mit aufgeringelten Blütenstielen. Unten: Knolle mit reifen Früchten kurz vor dem Austrieb.
Rechts: Schwertlilie (hier: die Sibirische Schwertlilie, Iris sibirica) und Veilchen (hier: die weisse Form «albiflora» des Pfingstveilchens, Viola sororia).
Le canton de Vaud (VD)
Ferdinand Huttenlocher avait-il le Lavaux sous les yeux lorsqu’il a décoré les sièges des deux sénateurs vaudois de pieds de vigne chargés de grappes de raisins? Cette région viticole entre Lausanne et Vevey classée depuis 2007 au patrimoine mondial de l’UNESCO s’étend sur 830 hectares, 400 km de murs forment ses environ 10 000 terrasses, distribuées sur plus de 40 niveaux. Les raisins allongés représentés sur les deux sièges correspondent cependant plus à des raisins de type Muscat de Hambourg, Uva d’Italia, etc., qu’aux raisins ronds utilisés pour les célèbres vins du Lavaux.
Les raisins de table que nous apprécions pour leur douceur sont tous de la sorte «vigne cultivée» (V. vinifera subsp vinifera), à une exception près: la vigne américaine (Vitis labrusca), aussi appelée «vigne des chats» pour son odeur particulière qui rappelle celle de l’urine de chat. Il s’agit d’une espèce de vigne sauvage originaire d’Amérique du Nord, dont plusieurs variétés sont aujourd’hui cultivées.
La Vitis labrusca appartient à une espèce de cépages qui, grâce à la résistance de leurs racines au parasite phylloxéra, ont sauvé la viticulture en Europe lorsque ce parasite est arrivé d’Amérique du nord en 1860. On se mit alors à greffer le cépage désiré sur le cépage américain résistant.
Gauche: vigne (Vitis vinifera subsp. Vinifera), ici: Chasselas.
Droite: Raisins de table, de haut en bas: vigne américaine (Vitis labrusca; vigne des chats = ‘Americano’) et variétés de raisins (V. vinifera subsp. Vinifera): ‘chasselas de Moissac’, ‘Red globe’, ‘Uva d’Italia’, ‘Palieri’.
Le canton du Valais (VS)
Ferdinand Huttenlocher a attribué au Valais la grenade et le citron. Ni l’une ni l’autre de ces plantes n’est indigène; elles sont cultivées dans des pots. Cela fait cependant bien longtemps que la grenade est revenue à l’état sauvage; elle fleurit et porte ses fruits près des murs chauds et dans les vignobles du bas-Valais. Elle supporte des températures allant jusqu’à -11°. En revanche, le citron ne survit à l’hiver valaisan que protégé du gel dans des serres, malgré le fait que la vallée du Rhône affiche en été les températures les plus hautes de Suisse.
L’épaisse écorce de la grenade contient jusqu’à 28% de tanin; elle est utilisée pour le tannage du cuir. D’autres composant de l’écorce sont utilisés pour teindre les textiles – non pas dans des teintes de rouge, mais de jaune ou, en complément de sels ferreux, de bleu foncé jusqu’au noir. Elle a été utilisée pour la teinture des textiles de la méditerranée jusqu’en Inde, en Chine ou au Japon. En ajoutant du fer à des extraits d’écorce de grenade, on peut également obtenir de l’encre noire (encre métallo-gallique). L’écorce contient en effet les mêmes gallotanins (comme l’acide gallique ou l’acide ellagique) que la galle de chêne, qu’on utilise en Suisse depuis le Moyen-âge pour préparer de l’encre.
Gauche: citrons (Citrus x limon), fleurs et fruits
Droite: Grenade (Punica granatum)
Kanton Zug (ZG)
Eine kräftige Rosette des Löwenzahns und ein prachtvoller Bärenklau schmücken die Zuger Ständeratssitze.
Eine in der Frühlingsonne üppig blühende Wiese voller Löwenzahn ist für viele Betrachter eine Augenweide; Imker freuen sich über die ausgezeichnete Bienenweide. Ökologen hingegen runzeln ob dieser goldgelben Pracht die Stirn, denn sie zeigt starke, meistens durch Stallmist und Jauche hervorgerufene Düngung an. Nur Löwenzahn, Hahnenfuss und wenige anderer Pflanzen lieben einen so hohen Nährstoffgehalt des Bodens. All die schönen Pflanzenarten wie Salbei, Margeriten, Glockenblumen oder Orchideen, die an magere Böden angepasst sind, sind aus den Fettwiesen längst verschwunden. Der Löwenzahn passt gut zum Kanton Zug; seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts führte die intensive Viehzucht zur Überdüngung von landwirtschaftlich genutzten Flächen, aber auch Gewässer.
Links: Löwenzahn (Taraxacum officinale).
Rechts: Bärenklau (hier: Wiesenbärenklau, Heracleum sphondylium).
Kanton Zürich (ZH)
Den Zürchern ordnet Huttenlocher die wohl aus dem Mittelmeerraum stammende Echte oder Garten-Ringelblume zu, ein Körbchenblütler und eine stark stilisierte Nelke.
Die echte Ringelblume, Zierde unserer Gärten und seit dem Mittelalter genutzte Heilpflanze, erfreut uns mit ihren goldgelben bis orangefarbenen Blütenkörbchen. Wie die echte Ringelblume mit der zierlichen und kleiner blühenden Acker-Ringelblume (C. arvensis) verwandt ist, wurde noch nicht geklärt; beide sind im Mittelmeerraum beheimatet. Die Acker-Ringelblume ist dort oft in den Rebbergen zu finden. Beide Arten sind in unserem Klima einjährig, können aber versamen und im kommenden Jahr neu auskeimen. Sowohl die Garten-, wie auch die Acker-Ringelblume lockern mit ihrem Wurzelwerk den Boden und halten Fadenwürmer fern.
Die Strahlenblüten der Ringelblumen enthalten viele wertvolle Inhaltstoffe, unter anderen Flavonoide; deshalb wird für die Nutzung als Tee- und Heilpflanze bevorzugt die gefüllte Form der Garten-Ringelblume angebaut. Die intensiv goldgelben Flavonoide werden unter anderem extrahiert, um Lebensmittel (z. B. Butter) gelb zu färben.
Wieso Huttenlocher den Zürchern eine Nelke zuweist, ist nicht bekannt. Wollte er dem Zürcher Nelkenmeister Reverenz erweisen, jenem Künstler, der seine Werke statt mit seinem Namen mit einer oder zwei Nelken, einer weissen und einer roten, signierte? Dieses Signet wurde von einer ganzen Gruppe von Schweizer Malern eingesetzt, den Nelkenmeistern, die in der Spätgotik (1479-1510) hervorragende sakrale Kunstwerke schufen und in verschiedenen Schweizer Städten (Bern, Solothurn, Baden und Zürich) tätig waren. Vom Zürcher Nelkenmeister ist bekannt, dass es sich um Hans Leu den Älteren handelte.
Links: Echte oder Garten-Ringelblume (Calendula officinalis).
Rechts: Nelke (hier: ungefüllte Zuchtform der Garten-Nelke, Dianthus caryophyllus) und Zweiglein des Spargels (Asparagus officinalis) mit reifen Beeren.
Quelle/Source: Rosmarie Honegger: Berner Bundeshausbotanik, Die Ständeratssitze im Nationalratssaal, Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich NGZH, 220. Stück, 2018, 200 S.
Diese Publikation wird ab Januar 2019 auf der
Webseite der Naturforschenden Gesellschaft Zürich aufgeschaltet werden.
Image en titre: Félix Vallotton: Nature morte aux pommes
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