Der Besuch von Théodore Datouo in Bern knüpfte an den
offiziellen Besuch von Pierre-André Page am 7. und 8. Juli 2026 in Kamerun an, der am Rande der 51. Tagung der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie (APF) in Yaoundé stattgefunden hatte. Der Nationalratspräsident war dort mit seinem kamerunischen Amtskollegen sowie der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Kamerun–Schweiz zusammengekommen, die vom Oppositionspolitiker Joshua Nambangi Osih geleitet wird. Bei jenem Treffen konzentrierten sich die Gespräche auf die Stärkung der bilateralen und interparlamentarischen Beziehungen sowie auf das Interesse Kameruns an den Erfahrungen der Schweiz bei der Dezentralisierung und in der Berufsbildung. Auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit war Thema, namentlich die Schweizer Investitionen, die Entwicklung des Agrarsektors und die lokale Verarbeitung von Produkten.
In Bern wurde dieser Dialog fortgesetzt und insbesondere die duale Berufsbildung in der Schweiz erörtert, die den theoretischen Unterricht an einer Berufsfachschule mit praktischer Ausbildung im Lehrbetrieb verbindet. Pierre-André Page verwies in diesem Zusammenhang auf seinen Besuch des Institut agricole d’Obala im Juli, das in Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern wie
Agroscope, dem
Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und der
Fondation Rurale Interjurassienne erfolgreich junge Kamerunerinnen und Kameruner in landwirtschaftlichen und agrotechnologischen Berufen ausgebildet.
Die kamerunische Delegation interessierte sich zudem dafür, wie die Mehrsprachigkeit im Schweizer Parlament gelebt wird. Ausserdem wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft thematisiert. Pierre-André Page und Théodore Datouo sprachen auch über die Herausforderungen, denen sich Bäuerinnen und Bauern in beiden Ländern gegenübersehen, insbesondere die Trockenheit in der Schweiz und die Extremniederschläge in Kamerun. Sie betonten, wie wichtig es ist, die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Forschenden beider Länder zu intensivieren, um die Landwirtschaft besser an den Klimawandel anzupassen, deren nachhaltige Entwicklung sicherzustellen und ein adäquates Wasserressourcenmanagement zu gewährleisten.
Ferner empfing Bundespräsident Guy Parmelin den Präsidenten der kamerunischen Nationalversammlung zu einem Höflichkeitsbesuch.
Zum Abschluss konnte die kamerunische Delegation bei einem Austausch mit einer Vertretung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ihre Kenntnisse über das Schweizer Berufsbildungssystem vertiefen.