Die Delegation für die Beziehungen zum italienischen Parlament (Del-I) unter dem Vorsitz von Ständerat Carlo Sommaruga (SP, GE) weilte vom 5. bis zum 7. Oktober 2026 auf Einladung ihres italienischen Pendants zu einem Arbeitsbesuch in Rom und Neapel. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die bilateralen und grenzüberschreitenden Beziehungen, das Verhältnis zur Europäischen Union und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Der Arbeitsbesuch fand im Rahmen der regelmässigen Treffen zwischen den beiden Delegationen statt und knüpfte an den Arbeitsbesuch der italienischen Delegation im September 2025 in Bern an.

Am 6. Oktober wurde die Schweizer Delegation für mehrere Gespräche im italienischen Parlament empfangen. Die Del-I kam mit ihrem Pendant des italienischen Parlaments, der Freundschaftsgruppe Italien–Schweiz, die vom Abgeordneten Toni Ricciardi (Partito Democratico, Auslandswahlkreis) präsidiert wird, zusammen und traf sich im Palazzo Montecitorio, dem Sitz der Abgeordnetenkammer, mit Mitgliedern des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten sowie des Antimafia-Ausschusses. Zudem wurde sie vom Finanz- und vom Verkehrsausschuss empfangen.

Die Gespräche boten Gelegenheit für eine Standortbestimmung zu den bilateralen und grenzüberschreitenden Beziehungen sowie zu verschiedenen Bereichen, in denen die beiden Länder zusammenarbeiten. Aufgrund der engen Verflechtung zwischen der Schweiz und Italien, insbesondere in den Grenzregionen, ist ein regelmässiger Austausch über Themen von gemeinsamem Interesse wichtig. Beide Seiten bekräftigten, dass es zentral ist, den engen und ständigen Dialog aufrechtzuerhalten und die Zusammenarbeit in diesen Themenbereichen fortzusetzen.

Die Schweiz und Italien pflegen seit Langem gute Beziehungen, die sich durch enge wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Bindungen, eine gemeinsame Sprache und regelmässige Kontakte auf allen Ebenen auszeichnen. Italien ist der viertwichtigste Handelspartner der Schweiz. Etwa 40 Prozent des Handels zwischen den beiden Ländern konzentrieren sich auf die grenznahen Regionen.

Auch die Beziehungen zur EU waren ein wichtiges Diskussionsthema. In diesem Zusammenhang informierte die Del-I ihre Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner über den Stand der parlamentarischen Beratungen des Pakets «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz–EU (Bilaterale III)» sowie ganz allgemein über die aktuelle Debatte in der Schweiz.

Am 7. Oktober begab sich die Delegation nach Neapel, wo sie vom Präfekten von Neapel, Michele Di Bari, empfangen wurde und mit den Verantwortlichen der Sozialgenossenschaft «La Paranza», die im neapolitanischen Stadtviertel Rione Sanità tätig ist, zusammenkam. Bei diesen Treffen wurden die Erfahrungen Italiens bei der Prävention und Bekämpfung der organisierten Kriminalität näher beleuchtet. Beim Besuch bei der Genossenschaft erfuhr die Del-I mehr über ein Projekt, das insbesondere jungen Menschen durch die Aufwertung des kulturellen Erbes Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bietet. Bereits in Rom hatte die Del-I mit Mitgliedern des Antimafia-Ausschusses die Bekämpfung der organisierten Kriminalität erörtert – ein auch für die Schweiz aktuelles Thema: Im Dezember 2025 hatte der Bundesrat die erste Strategie in diesem Bereich verabschiedet, die unter anderem eine Reihe von Gesetzesänderungen vorsieht.

Auf dem Programm der Del-I stand auch ein Besuch beim Schweizerischen Institut in Rom. Die Delegation kam mit der Direktorin Joëlle Comé, Mitarbeitenden und Bewohnenden des Instituts sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von dessen wissenschaftlichem und kulturellem Netzwerk in Italien und der Schweiz zusammen. Das Treffen bot Gelegenheit, die Rolle des Instituts bei der Förderung des wissenschaftlichen und kulturellen Austauschs zwischen der Schweiz und Italien sowie bei der Unterstützung junger Kunstschaffender sowie junger Forscherinnen und Forscher zu erörtern.

Der Schweizer Delegation gehörten neben ihrem Präsidenten Carlo Sommaruga Nationalrätin Anna Giacometti (FDP, GR), die Nationalräte Giorgio Fonio (Die Mitte, TI), Paolo Pamini (SVP, TI) und Bruno Storni (SP, TI) sowie die Ständeräte Marco Chiesa (SVP, TI), Fabio Regazzi (Die Mitte, TI) und Martin Schmid (FDP, GR) an.

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