Fünfzig Jahre nach dem historischen Treffen von 1975 fand die Konferenz auf Einladung der Parlamentspräsidenten der beiden Kammern des italienischen Parlaments erneut in Rom statt. Die drei Hauptthemen der Konferenz waren die Widerstandsfähigkeit der Demokratien gegen hybride Bedrohnungen, künstliche Intelligenz und der Arbeitsmarkt sowie die Erneuerung der regelbasierten internationalen Ordnung und die Rolle der Parlamente bei der Bewältigung und Lösung der aktuellen Krisen.
Stärkung der Rolle der Parlamente und von deren Beitrag zur internationalen Ordnung
Der Nationalratspräsident betonte in seinem Wortbeitrag, dass die Parlamente nicht tatenlos zuschauen dürfen, wie das Völkerrecht infrage gestellt wird und die Machtpolitik zurückkehrt. Er verwies auf ihre Rolle bei der demokratischen Legitimierung der Aussenpolitik, der Überprüfung der Umsetzung internationaler Beschlüsse und der Aufrechterhaltung des Dialogs bei schwierigen Beziehungen zwischen Regierungen. Zudem hob er hervor, dass sich die Schweiz – insbesondere über ihre guten Dienste und das internationale Genf – für einen starken und glaubwürdigen Multilateralismus einsetzt, der auf dem Grundsatz beruht, dass zwischen den Nationen «Recht vor Macht» gelten muss.
Bilaterale Treffen
Am Rande der Konferenz tauschte sich Pierre-André Page unter anderem mit dem georgischen Parlamentspräsidenten Schalwa Papuaschwili aus. Dieses Treffen fand gleichzeitig wie der offizielle Georgienbesuch des Vorstehers des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, Bundesrat Ignazio Cassis, statt. Dieser reiste als OSZE-Vorsitzender und im Rahmen des Schweizer Schutzmachtmandats für Georgien und Russland nach Tiflis.
Der georgische Parlamentspräsident bedankte sich bei der Schweiz für ihre Vermittlerrolle und ihren Einsatz für die territoriale Integrität seines Landes. Nationalratspräsident Page wiederum hob das Engagement der Schweiz in der Entwicklungszusammenarbeit in Georgien hervor, insbesondere beim Aufbau eines dualen Berufsbildungssystems in der Landwirtschaft sowie im Gastronomie- und Hotelgewerbe.
Die georgische Delegation interessierte sich zudem für die jüngste Volksabstimmung über die Schweizer Neutralität, deren Hintergründe und deren Ausgang. In diesem Zusammenhang betonte der Nationalratspräsident, dass die Schweizer Bevölkerung ihr Bekenntnis zu einer aktiven, völkerrechtskonformen und auf den Schweizer Werten basierenden Neutralität bekräftigt hat.