Ständeratspräsident Stefan Engler (Die Mitte, GR) hat vom 5. bis zum 9. Oktober 2026 in Begleitung einer hochrangigen parlamentarischen Delegation Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina besucht. Im Zentrum der Reise standen die bilateralen Beziehungen mit den beiden Ländern sowie konkrete Projekte der Schweizer Zusammenarbeit.

Die Schweiz gehörte 1992 zu den ersten Ländern, die Kroatien als unabhängigen Staat anerkannten. Im kommenden Jahr feiern die beiden Länder 35 Jahre diplomatische Beziehungen. Rund 100 000 Menschen kroatischer Herkunft in der Schweiz bilden eine wichtige Brücke zwischen den beiden Ländern. In Zagreb wurde die Delegation von Gordan Jandroković, Präsident des kroatischen Parlaments (Sabor), empfangen. Die Gespräche widmeten sich den ausgezeichneten bilateralen Beziehungen, aktuellen Entwicklungen in Europa sowie Fragen der Sicherheit und Stabilität auf dem europäischen Kontinent. Die Delegation traf zudem Mitglieder verschiedener Parlamentsausschüsse sowie den Präsidenten der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Kroatien–Schweiz. Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft informierte sie sich zudem über aktuelle Entwicklungen in Südosteuropa und den Umgang mit nationalen Minderheiten.

Ständeratspräsident Engler wurde auch vom kroatischen Premierminister Andrej Plenković sowie vom Minister für auswärtige und europäische Angelegenheiten Gordan Grlić Radman empfangen. Im Mittelpunkt standen die bilateralen Beziehungen, die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und deren Erweiterungspolitik sowie aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und Energieversorgung. Kroatien ist für die Schweiz auch aufgrund seiner Erfahrung mit den Entwicklungen in Südosteuropa ein wichtiger Gesprächspartner.

Mit dem Schweizer Beitrag an ausgewählte EU-Mitgliedstaaten beteiligt sich die Schweiz seit 2007 an der Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der EU. Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs stellte der zweite Schweizer Beitrag dar, aus dem Kroatien 45,7 Millionen Franken erhält. Die Schweiz unterstützt damit in Kroatien Projekte in den Bereichen Wasser- und Abwassermanagement, Forschung und Innovation, Zivilgesellschaft sowie Palliativpflege. Im Gespräch mit der Ministerin für regionale Entwicklung und EU-Fonds Nataša Mikuš Žigman erörterte die Delegation die konkrete Wirkung dieser Zusammenarbeit. In der Region Gorski Kotar besichtigte sie die mit dem ersten Schweizer Beitrag unterstützte Kläranlage Donja Dobra sowie das Pumpwerk Iševnica.

Anschliessend reiste die Delegation nach Sarajevo. Seit drei Jahrzehnten unterstützt die Schweiz Bosnien und Herzegowina in seinen Reformbemühungen. Der Besuch fand unmittelbar nach den allgemeinen Wahlen vom 4. Oktober 2026 in Bosnien und Herzegowina statt. Mit der Bildungsministerin des Kantons Sarajevo, Naida Hota-Muminović, tauschte sich die Delegation über die Förderung der Berufsbildung aus. Beim Besuch einer Berufsfachschule und des Verkehrsunternehmens Centrotrans erhielt sie Einblick in Projekte, mit denen die Schweiz die Verbindung von Ausbildung und betrieblicher Praxis stärkt. Ziel ist es, jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern und Fachkräfte mit den von der Wirtschaft benötigten Kompetenzen auszubilden. Dabei geht es darum, gemeinsam mit den lokalen Partnern passende Lösungen zu entwickeln und Erfahrungen aus der Schweiz und ihren Kantonen einzubringen.

Ergänzend traf die Delegation Wirtschaftsvertreterinnen und Wirtschaftsvertreter, die Beziehungen zur Schweiz pflegen. In Gesprächen mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in Sarajevo, Konjic und Mostar befasste sie sich mit den Chancen und Herausforderungen der lokalen und regionalen Entwicklung.

Zum Abschluss der Reise besuchte die Delegation Mostar. Dort informierte sie sich über das Zusammenleben in der Region sowie über die Arbeit des Schweizer Liaison-and-Observation-Teams (SWISS LOT). Die Schweiz trägt im Rahmen der Militärmission EUFOR ALTHEA seit vielen Jahren zur Stabilität und Vertrauensbildung in Bosnien und Herzegowina bei.

Die Reise bot Gelegenheit, den politischen Dialog mit beiden Ländern zu vertiefen und sich über die europäische Integration, Sicherheitsfragen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und den Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt auszutauschen. Die Projektbesuche ermöglichten der Delegation zudem, sich vor Ort ein Bild von den Ergebnissen der Schweizer Zusammenarbeit und den Bedürfnissen der Partner zu machen.

Ständeratspräsident Stefan Engler wurde bei diesem Besuch von Mitgliedern des Büros des Ständerates begleitet: vom ersten Vizepräsidenten Werner Salzmann (SVP, BE), von der zweiten Vizepräsidentin Mathilde Crevoisier Crelier (SP, JU) sowie von den Ständeräten Thierry Burkart (FDP, AG) und Mathias Zopfi (Grüne, GL).

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