Auf Einladung der grossen Nationalversammlung von Türkiye findet die Versammlung, zu der über 1000 Parlamentsmitglieder erwartet werden, vom 15. bis zum 19. April 2026 in Istanbul statt. Die Versammlung bietet einen Rahmen für Debatten und gegenseitigen Austausch mit dem Ziel, die parlamentarischen Friedensbestrebungen zu stärken. Vor dem Hintergrund des steigenden Drucks auf die Demokratie, der Verschärfung der Konflikte und der nach wie vor bestehenden Ungleichheiten werden die Parlamentsmitglieder nach Lösungen suchen, wie das Vertrauen in stabile öffentliche Institutionen wiederhergestellt werden kann und wie Frieden, Gerechtigkeit und Multilateralismus über den Dialog und die interparlamentarische Zusammenarbeit gefestigt werden können.
Die Versammlung wird zwei Resolutionen verabschieden. Die erste wurde von der ständigen Kommission für Frieden und internationale Sicherheit ausgearbeitet und befasst sich mit der Rolle der Parlamente bei der Einrichtung solider Verfahren zur Konfliktnachsorge und der Wiederherstellung eines gerechten und dauerhaften Friedens. Mit dieser Resolution sollen die Parlamente dazu aufgerufen werden, die Umsetzung von Friedensabkommen, den Wiederaufbau, die Justiz und die demokratische Kontrolle aktiv zu unterstützten. Die zweite Resolution stammt von der ständigen Kommission für nachhaltige Entwicklung und thematisiert den Aufbau einer fairen und nachhaltigen Weltwirtschaft sowie die Rolle der Parlamente bei der Bekämpfung von Protektionismus, der Senkung von Zöllen und der Verhinderung von Steuervermeidung durch Unternehmen. Beide Resolutionen widerspiegeln den aktuellen, von zunehmenden geopolitischen Spannungen geprägten internationalen Kontext. Die nationalen Delegationen können Änderungsanträge zu diesen Texten einreichen. Die Versammlung steht somit vor der anspruchsvollen Aufgabe, eine Einigung in diesen wichtigen Themen zu erzielen.
Einer der Höhepunkte der Versammlung wird die Wahl des nächsten Generalsekretärs oder der nächsten Generalsekretärin der IPU sein. Im Gegensatz zum Präsidenten oder der Präsidentin der IPU, der bzw. die eine politische Funktion innehat, übernimmt der Generalsekretär oder die Generalsekretärin die operative Führung der Organisation und sorgt dafür, dass die Beschlüsse der Mitglieder unter Einhaltung des Budgets umgesetzt werden.
Die Versammlung in Istanbul bietet zudem Gelegenheit, das 50-jährige Bestehen des IPU-Komitees für den Schutz der Menschenrechte von Parlamentsmitgliedern zu feiern, dessen wegweisende Arbeit seit fünf Jahrzehnten zum Schutz verfolgter Parlamentsmitglieder und zur Verteidigung der Rechtsstaatlichkeit beiträgt. Die Mitglieder werden zudem die Strategie 2027–2031 der IPU verabschieden, die eine Stärkung der Arbeit dieses Komitees vorsieht und damit dessen Bedeutung innerhalb der IPU unterstreicht.
Der Schweizer IPU-Delegation werden neben ihrem Präsidenten, Nationalrat Christian Lohr (Die Mitte, TG), und ihrem Vizepräsidenten, Ständerat Daniel Jositsch (SP, ZH), auch die Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle (SP, GE) sowie die Nationalräte Franz Grüter (SVP, LU), Thomas Hurter (SVP, SH) und Laurent Wehrli (FDP, VD) angehören.
Weitere Informationen über die 152. Versammlung der IPU finden Sie auf der IPU-Website: 152nd IPU Assembly and related meetings (auf Englisch und Französisch verfügbar)