Nationalratspräsident Pierre-André Page kam am 11. Mai mit dem nordmazedonischen Parlamentspräsidenten Afrim Gashi zusammen, der mit einer parlamentarischen Delegation für die «Mountain Talks», einem von der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit unterstützten Politforum, angereist war. Gegenstand des Gesprächs zwischen den beiden Parlamentspräsidenten waren die Funktionsweise des Schweizer Parlaments, die bilateralen Beziehungen, das Schweizer Programm zur Unterstützung des nordmazedonischen Parlaments und das neue Vertragspaket Schweiz–EU.

Beide Parlamentspräsidenten lobten die ausgezeichneten Beziehungen zwischen der Schweiz und Nordmazedonien, die durch den Besuch von Bundespräsident Guy Parmelin am 29. April 2026 in Skopje zusätzlich gestärkt wurden. Pierre-André Page hob hervor, dass eine enge Bande zwischen den Menschen beider Länder besteht, leben doch mehr als 110 000 Personen aus Nordmazedonien in der Schweiz. Diese Diaspora trage aktiv zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Austausch zwischen den beiden Staaten bei.

Der nordmazedonische Parlamentspräsident verwies auf die hochrangigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und darauf, dass die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit das nordmazedonische Parlament seit 2006 bei seinem EU-Beitrittsprozess unterstützt. Dadurch konnten die Unabhängigkeit des nordmazedonischen Parlaments und dessen Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern verbessert werden.

Die Schweiz unterstützt seit den 1990er-Jahren die Entwicklung Nordmazedoniens und gehört heute zu dessen grössten bilateralen Geldgebern. Die Bundesversammlung beteiligt sich im Rahmen der bilateralen technischen Zusammenarbeit auch an der Stärkung der Kapazitäten des nordmazedonischen Parlaments. Dieser Austausch von Fachwissen zwischen den beiden Parlamentsverwaltungen fand in den letzten Jahren insbesondere in den Bereichen politische Bildung, Parlamentsführungen, Budgetprozess, Finanzplanung und Finanzoberaufsicht statt.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU wurden bei diesem Besuch ebenfalls thematisiert. Pierre-André Page erklärte, dass ein neues, mit der EU ausgehandeltes Vertragspaket derzeit im Schweizer Parlament beraten wird und die Schweizer Bevölkerung 2028 im Rahmen eines Referendums über dieses Paket befinden wird. Die EU sei der wichtigste Wirtschaftsmarkt der Schweiz, weshalb diese die Beziehungen zur EU mit dem neuen Vertragspaket stabilisieren, gleichzeitig aber ihre Souveränität und Neutralität wahren wolle.

Die beiden Parlamentspräsidenten kamen schliesslich überein, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern über die Diaspora und die neue Schweizer Handelskammer in Nordmazedonien, die von Bundespräsident Guy Parmelin im April in Skopje lanciert worden war, weiter ausgebaut werden können.