Nationalratspräsident Pierre-André Page (SVP, FR) und Ständeratspräsident Stefan Engler (Die Mitte, GR) reisten am 29. Mai 2026 nach Genf, wo sie sich mit dem Vizepräsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jürg Lauber, trafen und vom Staatsrat des Kantons Genf zu einem Arbeitsmittagessen empfangen wurden.

Pierre-André Page und Stefan Engler unterhielten sich mit Jürg Lauber über die jüngsten Operationen des IKRK sowie über die Folgen der internationalen Budgetkürzungen für die humanitäre Hilfe. Als wichtigster humanitärer Partner der Schweiz kann das IKRK auf eine fortwährende finanzielle Unterstützung durch den Bund zählen. Im Jahr 2025 betrug diese 182,3 Millionen Franken, was die Schweiz zum drittwichtigsten Geberstaat macht. Ausserdem übernimmt die Schweiz im Juni 2026 das Co-Präsidium der Donor Support Group, des wichtigsten strategischen Forums der Geberstaaten des IKRK.

Beim Austausch mit den Genfer Behörden wurde auf die Unterstützung des Parlaments für das internationale Genf eingegangen. Im Dezember 2025 hatten die eidgenössischen Räte ein dringliches Massnahmenpaket sowie die Botschaft über die Rolle der Schweiz als Gaststaat für die Periode 2026–2029 verabschiedet, die einen Zahlungsrahmen von 122,6 Millionen Franken vorsieht. Darüber hinaus nahmen beide Räte 2025 eine Motion an, welche die Ausarbeitung eines Aktionsplans zur Stärkung des multilateralen Systems und des internationalen Genfs verlangt. Beim Besuch wurden auch die bevorstehenden internationalen Grossveranstaltungen in Genf und Umgebung thematisiert, namentlich der G7-Gipfel, der vom 15. bis zum 17. Juni 2026 in Évian stattfindet.

Die beiden Ratspräsidenten trafen sich zudem mit Henri Monceau, ständiger Beobachter der internationalen Organisation der Frankofonie bei den Vereinten Nationen und bei den internationalen Organisationen in Genf und Wien sowie Fachmann für digitale Governance und künstliche Intelligenz (KI). Mit ihm unterhielten sie sich über die Herausforderungen im Zusammenhang mit KI und über die multilateralen Perspektiven. Bei dieser Gelegenheit wurde auch auf die Positionen und Kompetenzen der Schweiz in diesem Bereich sowie auf die Veranstaltungen zu künstlicher Intelligenz, die 2026 und 2027 in Genf stattfinden, eingegangen.

Im Weiteren konnten sich konnten sich die Ratspräsidenten bei diesem Besuch mit vor Ort tätigen Akteuren treffen und sich ein Bild davon machen, mit welchen Herausforderungen das internationale Genf konfrontiert ist, namentlich unter welchem finanziellen Druck mehrere internationale Organisationen stehen, und wie sich der Wettbewerb zwischen Staaten um die Ansiedlung dieser Organisationen stetig verschärft. Diskutiert wurde auch über die aktuellen Themen und die jüngsten Entwicklungen in Bezug auf die internationalen Organisationen in Genf.