Nationalratspräsident Pierre-André Page wurde in der Hauptstadt vom Präsidenten des portugiesischen Parlaments, José Pedro Aguiar-Branco, empfangen und tauschte sich mit Vorsitzenden mehrerer Parlamentskommissionen aus, unter anderem der Kommission für auswärtige Angelegenheiten und die portugiesischen Gemeinschaften im Ausland sowie mit der Kommission für europäische Angelegenheiten. Zudem traf er sich mit dem portugiesischen Aussenminister Paulo Rangel und dem Staatssekretär für die portugiesischen Gemeinschaften im Ausland, Emídio Sousa. Die Gespräche boten Gelegenheit, den Stand der Beziehungen zwischen der Schweiz und Portugal, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die Beziehungen zur EU sowie die wichtigsten Themen der internationalen Politik zu erörtern.
Beide Seiten hoben die guten bilateralen Beziehungen hervor, die auch durch die rund 260 000 Portugiesinnen und Portugiesen in der Schweiz begünstigt werden. Diese bilden die drittgrösste ausländische Gemeinschaft in der Schweiz und leisten einen wesentlichen Beitrag zu den persönlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Portugal. Im Jahr 2025 erreichte das Handelsvolumen der beiden Länder 2,5 Milliarden Franken. Die Schweiz exportierte hauptsächlich chemische und pharmazeutische Produkte, Maschinen, Elektronik sowie Uhren und importierte aus Portugal in erster Linie ebenfalls chemische und pharmazeutische Produkte, aber auch Textilien und Fahrzeuge.
Der Nationalratspräsident informierte in den Gesprächen über den Stand der parlamentarischen Beratung zum Paket Schweiz–EU sowie über die gegenwärtige politische Debatte in der Schweiz. Thematisiert wurde auch die aktuelle geopolitische Lage, mit Fokus auf dem Krieg in der Ukraine und der Sicherheit in Europa. Ebenfalls zur Sprache kamen die Wahl Portugals zum nichtständigen Mitglied des UNO-Sicherheitsrates für die Jahre 2027 und 2028 – ein Mandat, das die Schweiz 2023 und 2024 innehatte – sowie die damit verbundenen Prioritäten. In diesem Zusammenhang bekräftigten beide Seiten ihr Engagement für den Multilateralismus, den Dialog und die Einhaltung des Völkerrechts als Grundlage für Frieden und Sicherheit.
Am Rande der offiziellen Treffen besichtigten Pierre-André Page und die parlamentarische Delegation den Hafen von Sines und den Landwirtschaftsbetrieb Herdade do Pinheiro.
Im Hafen wurde die Delegation von Führungskräften der Mediterranean Shipping Company (MSC), die ihren Sitz in Genf hat und zu den weltweit bedeutendsten Containerreedereien gehört, und von PSA Sines, dem Betreiber des Containerterminals, empfangen. Sines ist gemessen am umgeschlagenen Frachtvolumen der wichtigste Hafen Portugals und ist zentral für die Seeverbindungen zwischen Europa, Amerika und Afrika. Dank seiner grossen Wassertiefe können dort selbst die grössten Containerschiffe anlegen. Bei der Besichtigung standen die Rolle des Hafens von Sines in den globalen Lieferketten sowie die Bedeutung intermodaler Anbindungen für den Gütertransport nach Mitteleuropa im Zentrum. Für ein Binnenland wie die Schweiz ist eine zuverlässige Anbindung an die internationalen Logistiknetze äusserst wichtig.
Die Delegation besichtigte zudem den landwirtschaftlichen Betrieb Herdade do Pinheiro im Naturschutzgebiet der Sado-Mündung. Das über 5000 Hektar grosse Anwesen ist in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft sowie Viehzucht tätig und wird von einer Schweizerin geleitet. Der Schwerpunkt des Besuchs lag auf dem integrierten Management dieser drei Tätigkeitsbereiche einschliesslich der Korkeichenwälder und der Korkproduktion sowie auf den Massnahmen zur Vereinbarung der wirtschaftlichen Tätigkeit mit dem Schutz der Biodiversität im Naturschutzgebiet.
Begleitet wurde der Nationalratspräsident von einer Delegation bestehend aus Nationalrätin Corina Gredig (Grünliberale, ZH) und Nationalrat Nicolas Kolly (SVP, FR).