Nationalratspräsident Pierre-André Page (SVP, FR) hat am heutigen Dienstag, 17. März 2026, den ungarischen Parlamentspräsidenten László Kövér im Rahmen von dessen Arbeitsbesuch in der Schweiz zu einem Gespräch empfangen. Die beiden Amtskollegen sprachen unter anderem über die bilateralen Beziehungen der beiden Länder sowie über das Verhältnis zur Europäischen Union (EU) und die aktuelle geopolitische Lage.

Die Schweiz und Ungarn unterhalten enge diplomatische Beziehungen, die von einer intensiven Zusammenarbeit – namentlich in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und kultureller Austausch – gekennzeichnet sind. Im Jahr 2026 sind es 80 Jahre seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Deren bilaterale Beziehungen sind ferner stark geprägt vom gescheiterten Aufstand gegen den Sowjetkommunismus im Jahr 1956, in dessen Folge rund 12 000 ungarische Flüchtlinge Asyl in der Schweiz erhielten.

Die beiden Präsidenten kamen auf die Zusammenarbeit bei Projekten, insbesondere im Bereich der Berufsbildung, zu sprechen, die über den zweiten Schweizer Erweiterungsbeitrag finanziert werden. Ungarn gehört zu den Empfängerländern des zweiten Schweizer Beitrags an ausgewählte EU-Mitgliedstaaten (2019–2029) und erhält in diesem Rahmen insgesamt 87,6 Millionen Franken. Unterstützt werden neben der Berufsbildung vor allem Programme in den Bereichen Ausbildung, Forschung und Innovation, Finanzierung von KMU, Bekämpfung von Menschenhandel, Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger, Wasser- und Abwassermanagement, Gesundheit, soziale Sicherheit und Minderheitenschutz.

Ungarn ist für die Schweiz ein wichtiger Handelspartner in Zentraleuropa. Die Schweiz exportierte 2024 Waren im Wert von 1,12 Milliarden Franken nach Ungarn. Die Importe aus Ungarn beliefen sich im gleichen Jahr auf 1,54 Milliarden Franken. Pierre-André Page und László Kövér haben deshalb die aktuelle Wirtschaftslage in Ungarn und die Entwicklungschancen des Landes thematisiert.

Ebenfalls zur Sprache kamen die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Nationalratspräsident Page präsentierte seinem ungarischen Amtskollegen die wichtigsten Aspekte des Pakets Schweiz–EU und der diesbezüglichen politischen Debatte in der Schweiz.

Die beiden Präsidenten tauschten sich ferner über die aktuelle geopolitische Lage, das Sicherheitsnetz in Europa und den Krieg in der Ukraine aus. Der Nationalratspräsident nutzte die Gelegenheit, um sich bei seinem Amtskollegen nach der politischen Lage in Ungarn kurz vor den Parlamentswahlen vom 12. April 2026 zu erkundigen.