Die WBK-S hat sich mit verschiedenen bildungspolitischen Vorstössen befasst, die den Zugang zu den pädagogischen Hochschulen, den Unterricht der Landessprachen sowie den nationalen Sprachaustausch betreffen. Im Zentrum standen dabei der Lehrpersonenmangel, der nationale Zusammenhalt und die Rolle der Kantone im Bildungssystem.

Die WBK-S hat sich vertieft mit mehreren bildungspolitischen Anliegen befasst: der Standesinitiative 23.304 «Mit der Berufsmatura prüfungsfrei an die pädagogischen Hochschulen. Eine Antwort auf den Lehrpersonenmangel», der Motion 25.4017 «Unterricht der Landessprachen für den Zusammenhalt unseres Landes» sowie der Motion 22.3530 «Vier Sprachen, viel Potenzial. Nationalen Sprachaustausch fördern». Dazu hörte sie Vertreterinnen und Vertreter der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) an und diskutierte die Entwicklungen auf kantonaler Ebene.

Zur Standesinitiative 23.304 hörte die Kommission zusätzlich Vertreterinnen und Vertreter der Kammer Pädagogische Hochschulen von swissuniversities an. Damit die Kommission gestützt auf die Ergebnisse noch laufender Studien über das weitere Vorgehen entscheiden kann, beantragt sie ihrem Rat ohne Gegenstimme eine Fristverlängerung.

Weiter liess sich die Kommission von der Verwaltung über die vom Bundesrat am 12. Juni 2026 eröffnete Vernehmlassung zur Stärkung der Verankerung der Landessprachen in der Schule informieren. Im Hinblick auf die Motion 25.4017 will sie die Ergebnisse dieser Vernehmlassung abwarten.

Schliesslich befasste sich die Kommission mit der Motion 22.3530, die den Bundesrat beauftragt, Sprachaufenthalte innerhalb der Schweiz für Schülerinnen und Schüler zu fördern und auszubauen. Die WBK-S misst dem Sprachaustausch grosse Bedeutung bei, insbesondere auch im Zusammenhang mit der Diskussion über den Unterricht der Landessprachen. Sie ist jedoch der Ansicht, dass dafür keine Gesetzesänderung notwendig ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die nötigen Ressourcen bereitgestellt werden. Vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen zur Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen im Rahmen der Entflechtung 27 und des Entlastungspakets 27 unterstrich die Kommission weiter die Kompetenzen der Kantone. Folglich beantragt die WBK-S ihrem Rat mit 11 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung die Ablehnung der Motion.

Stopfleber: WBK-S hält an den meisten Anträgen fest

Die Kommission hat sich mit den Beschlüssen befasst, welche die beiden Räte in der Sommersession 2026 zum Gegenvorschlag zur Stopfleberinitiative (25.404) gefasst hatten. Mit 8 zu 4 Stimmen hat sie beschlossen, an den meisten Anträgen, die sie ihrem Rat im Mai 2026 unterbreitet hatte, festzuhalten. Im Gegensatz zum Nationalrat möchte sie, dass der Bundesrat bestimmte Tierwohlaspekte berücksichtigen kann. Sie beantragt allerdings, das Gesetz dahingehend anzupassen, dass es wirksam und ohne übermässigen bürokratischen Aufwand umgesetzt werden kann. Die Minderheit beantragt, dem Entwurf des Nationalrates zu folgen.

Sexuelle Orientierung im Gleichstellungsgesetz

Die WBK-S hat die Vorberatung der Motion 23.3238 («Gleichstellungsgesetz präzisieren») abgeschlossen. Diese verlangt, das Gleichstellungsgesetz (GlG) dahingehend zu ändern, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung weder direkt noch indirekt benachteiligt werden dürfen. Nachdem sie sich an mehreren Sitzungen mit der Thematik befasst und sie von den Berichten zu zwei einschlägigen Postulaten (20.3820 und 23.3501) Kenntnis genommen hat, beantragt sie mit 7 zu 5 Stimmen, die Motion zu ändern und nur das Kriterium der sexuellen Orientierung in den Geltungsbereich des GlG aufzunehmen. Mit der Aufnahme dieses Kriteriums in das GlG würde im Bereich der Arbeitsverhältnisse ein Schutz geschaffen, der bereits durch die Verfassung gegeben ist. Die Minderheit hält den Schutz, den das geltende Recht bietet, für ausreichend, weshalb sie die Ablehnung der Motion beantragt. Die Kommission hat im Rahmen der Beratung dieser Motion auch die von der Jugendsession 2018 eingereichte Petition 19.2002 («Queere Jugendliche») behandelt.

Die Kommission befasst sich mit der Strategie Quantentechnologie der Schweiz

Anlässlich der Publikation der Strategie zur Quantentechnologie der Schweiz organisierte die Kommission Anhörungen. Die Teilnehmenden aus dem Bereich der Hochschulen und der "Swiss Quantum Initiative" präsentierten die gegenwärtige Sachlage in der Schweiz sowie die im Kontext der nationalen Quantum-Initiative vorgeschlagenen Massnahmen. Im anschliessenden Austausch wurde unter anderem die Übersetzung von Grundlagenforschung in die industrielle Nutzung, die Relevanz der Technologie für den Standort Schweiz sowie die internationale Dimension adressiert. Die WBK-S wird die kommenden Entwicklungen weiterhin aufmerksam verfolgen.

Die WBK-S möchte Massnahmen zur Unterstützung von Lehrbetrieben prüfen lassen

Weiter hat die Kommission die Motion 23.4078 vorberaten. Diese fordert gezielte Unterstützungen der Lehrbetriebe, namentlich etwa regulatorische und administrative Erleichterungen sowie Steuerabzüge.

Mit 11 zu 0 Stimmen hat sich die Kommission für eine modifizierte Version der Motion ausgesprochen: Die Berufslehre sei ein zentrales Element des wirtschaftlichen Erfolges der Schweiz, insbesondere im gegenwärtigen Kontext des steigenden Fachkräftemangels. Somit sei die Analyse der Motion grundsätzlich richtig. Die Steigerung der Attraktivität der Berufslehre könne, so die Kommission, allerdings auch im Rahmen der bereits laufenden bundesrätlichen Arbeiten erreicht werden. Zu diesem Zweck schlägt die Kommission einen Prüfauftrag vor, um die Wirksamkeit einzelner Entlastungs- und Förderungsmassnahmen sowie der Reduktion bestimmter Regulierungen aufzuzeigen. Diese Arbeiten sind unter Einbezug der Verbundpartner der Berufsbildung durchzuführen und können auch etwaige rechtliche Anpassungen vorsehen.

Die Kommission befürwortet die Unterstützung von Erwerbstätigen, welche von strukturellen Umbrüchen betroffen sind

Die Kommission beschäftigte sich weiter mit der Motion 25.4414, eingereicht durch die WBK-N. Diese verlangt vom Bundesrat eine nationale Strategie für präventive Weiterbildungen und Umschulungen für Erwerbstätige, deren Berufsfelder von technologischen, wirtschaftlichen oder regulatorischen Umbrüchen betroffen sind. Die WBK-S anerkennt, insbesondere angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, Handlungsbedarf. Allerdings schlägt sie eine Anpassung der Motion vor. Konkret wird nunmehr keine nationale Strategie gefordert. Vielmehr soll der Bund zusammen mit den Kantonen und den Sozialpartnern die gegenwärtige interinstitutionelle Zusammenarbeit überprüfen und abgeleitet aus dieser Analyse allfälligen Bedarf, Zielgruppen, Zuständigkeiten sowie Finanzierung etwaiger Massnahmen aufzeigen. Die modifizierte Version wird dem Ständerat mit 7 zu 3 Stimmen, bei 1 Enthaltungen, zur Annahme empfohlen.

Die Kommission hat am 29./30. Juni 2026 unter dem Vorsitz von Ständerat Matthias Michel (FDP, ZG) in Bern getagt.