Was für ein schöner Anblick!
Als 1902 die eidgenössischen Räte das neu erbaute Parlamentsgebäude in Beschlag nahmen, hätte sich wohl kaum einer der 246 dunkel gekleideten Hausherren vorstellen können, dass dereinst so viele Damen die Stuhlreihen in diesem Saal und auf den Tribünen besetzen würden und farbige Akzente in dieses Gebäude bringen würden.
Seien Sie herzlich willkommen, in Bern, im Bundeshaus!
Benvenute a Berna a tutte le ripresentante della Svizzera latina.
Soyez les bienvenue à Berne, en ce Palais du Parlement. Lorsque les 246 parlementaires fédéraux - exclusivement masculins - ont pris possession de cet édifice flambant neuf en 1902, aucun d’entre eux ne s’imaginait que cette salle et ces tribunes seraient un jour occupées par des femmes...
Aucun élu de l’époque n’avait prévu qu’au début du 21e siècle, les plus hautes fonctions politiques de notre Etat fédéral seraient exercées par des femmes. Il faut dire que la réalité dépasse souvent la fiction.
Wir haben uns sehr auf Sie alle gefreut und sind überwältigt über das grosse Interesse an unserer Einladung. Sie wissen, wir feiern dieses Jahr eine Premiere. Erstmals in der Geschichte unseres Bundesstaates sind die drei höchsten politischen Ämter der Schweiz in Frauenhand.
Ist das revolutionär? Nein, aber trotzdem bemerkenswert. Es hat immerhin fast vier Jahrzehnte eidgenössisches Frauenstimm- und Wahlrecht gebraucht, bis dies möglich wurde. In diesen 39 Jahren, seit Frauen auf nationaler Ebene stimmen und wählen können, hat sich einiges getan: Politikerinnen in Führungspositionen sind keine Sensation mehr. Es ist nicht nur endlich akzeptiert, nein es ist absolut normal geworden, dass eine Frau eine Fraktion führt oder eine Partei leitet, eine Stadt präsidiert oder einem Departement vorsteht. Der Dank für dieses Stück Normalität gehört unseren Vorkämpferinnen.
Noch sind Frauen und Männer in der Politik nicht paritätisch vertreten - auch wenn sich das Verhältnis mit fast jeder Wahl verbessert. Deshalb ist der Zeitpunkt für den heutigen Begegnungstag doppelt richtig gewählt: Es ist ein Blick zurück, verbunden mit einem Dankeschön an die Adresse jener Frauen, die Türen geöffnet und jungen Frauen wie mir den Weg geebnet haben. Es ist aber auch ein gemeinsamer, ermutigender Blick nach vorne, weil noch viel Arbeit vor uns liegt – gerade auch mit Blick auf die Vertretung der Frauen in der Wirtschaft oder der Forschung.
Cette année historique des trois présidentes montre que la situation des femmes s’est améliorée en Suisse, depuis la conquête du suffrage féminin en 1971. Mais on est encore loin d’une représentation paritaire des femmes en politique. Il y a aussi encore beaucoup à faire sur le plan structurel pour que les femmes aient les mêmes chances que les hommes d’accéder aux positions clefs et aux sphères de décision de l’économie ou de la recherche.
Noch viel wichtiger als der Blick zurück und nach vorne sind heute aber schlicht und einfach die Begegnungen. Begegnungen von Frauen, die heute aus allen Landesteilen, ja aus allen Himmelsrichtungen ins Bundeshaus geströmt sind mit ganz unterschiedlichen Biografien, unterschiedlichen beruflichen und auch familiären Aufgaben sowie vermutlich auch mit ganz unterschiedlichen Erwartungen an den heutigen Tag.
Unsere Erwartung ist: einen spannenden Tag gemeinsam mit Ihnen zu verbringen. Zusammen mit Ihnen in Gesprächen zu erleben, wie vielfältig das Engagement der Frauen in unserer Gesellschaft ist. Dazu dürfen Sie sich anschliessend frei in den acht ausgeschilderten „Frauenzimmern“ hier im Parlamentsgebäude bewegen; die Räume sind auch auf den abgegebenen Plänen gekennzeichnet. In diesen acht Zimmer finden moderierte Gespräche zu verschiedenen Aspekten des Frauseins statt: So können Sie zum Beispiel eine Lastwagenfahrerin kennen lernen, einer Rektorin oder einer ehemaligen Miss Schweiz zuhören. Oder Sie erfahren, wie eine Botschafterin oder eine Mutter einer elfköpfigen Kinderschar ihren Alltag meistern. Oder Sie treffen sich auf einen Schwatz mit einer Europameisterin. Denn im Anschluss an die Gespräche haben Sie die Gelegenheit, den Teilnehmerinnen Fragen zu stellen. Es ist übrigens explizit erlaubt, während des Anlasses das Zimmer zu wechseln und andernorts noch reinzuschauen. Sollten Sie sich in den Gängen und Etagen des Bundeshauses verlaufen, finden Sie vor den drei Eidgenossen - auf dem zweiten Treppenabsatz der Eingangshalle - fachkundige Helferinnen.
Chères invitées,
Cette journée de rencontre s’inscrit résolument dans le présent avec la participation de femmes engagées aujourd’hui dans tous les domaines de la société. Vous êtes attendues dans huit „salons où l’on cause“, où vous pourrez entendre par exemple une conductrice de camion, une rectrice d’université ou encore une ancienne Miss Suisse. Vous aurez aussi l’occasion d’en savoir plus sur la manière dont une ambassadrice ou une mère de onze enfants gère le quotidien. Sentez-vous libre d’aller d’un salon à l’autre. Si vous vous égarez dans les couloirs, des guides se tiennent à votre disposition au bas de l’escalier du hall de la Coupole, devant les Trois Suisses.
Mir bleibt, Ihnen einen vergnüglichen, interessanten, anregenden Tag zu wünschen. Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und hoffen, dass Ihr Besuch im Bundeshaus ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird.
Bella giornata a tutte e tutti Voi et bonne découverte.