Geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Am Ende meines Präsidialjahres gestatte ich mir, ein paar Worte des Rückblicks und des Dankes an Sie zu richten. Viele unter uns haben das Jahr 2001, das erste Jahr im neuen Jahrtausend, als Jahr des Aufbruchs und des Neubeginns, als Jahr der Chancen bezeichnet. Wir haben damit die Hoffnung verbunden, dass es gelingen möge, Aengste und Verunsicherungen im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz und der Finanzierung der Altersrenten abzubauen. Auch wenn sich bereits zu Beginn des Jahres weltweit eine Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums abzeichnete, waren doch die meisten Auguren überzeugt, dass es gelingen werde, mit dosierten Zinssenkungen eine sanfte Landung und dann sogar eine baldige Wiederankurbelung der Weltwirtschaft herbeizuführen. Heute wissen wir, dass das Jahr 2001 als Jahr des Schreckens und der Trauer in die Geschichte eingehen wird. Die unfassbaren Attentate vom 11. September in New York und in Washington, der brutale Ueberfall vom 26. September, der elf Mitgliedern des Kantonsrates und drei Mitgliedern des Regierungsrates meines Heimatkantons Zug das Leben kostete sowie der Unfall im Gotthardtunnel haben uns brutal vor Augen geführt, dass wir mit neuen Arten und Dimensionen von Risiken und Bedrohungen leben müssen. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen ist uns bewusst geworden, dass wir im Alltag, im Umgang mit den Mitmenschen, bei der Suche nach Problemlösungen neue Wege finden müssen, Wege, die wieder mehr den Gedanken der Zusammengehörigkeit und der Gemeinschaft betonen als die Idee von unbegrenzter Freiheit und Selbstverwirklichung. Einen von mehreren schweizerischen Mythen zerstört hat aber auch der plötzliche Zusammenbruch der Swissair, die früher so erfolgreich echt schweizerische Tugenden wie Sicherheit, Pünktlichkeit und Qualität der Dienstleistung in der weiten Welt praktiziert und damit zum guten Ruf der Schweiz beigetragen hat. Heute möchte ich nur hoffen, dass nach dem beispiellosen Kraftakt von Bund, Kantonen und der privaten Wirtschaft der angestrebte Aufbau einer neuen nationalen Fluglinie gelingen möge, was jedoch voraussetzt, dass in den nächsten Wochen und Monaten alle Beteiligten konstruktiv mitarbeiten und das kleinlich anmutende Gerangel um Konzepte und Positionen endlich beendet wird.

Nous avons commencé d’examiner de nombreux projets importants et dans certains cas avons pu les adopter définitivement. Je voudrais mentionner particulièrement la loi sur le marché de l’électricité, la loi sur le personnel fédéral, la loi sur la fondation de solidarité, l’initiative pour l’adhésion à l’Organisation des Nations Unies et la loi sur le Parlement. Des projets importants comme la nouvelle péréquation financière ou la réforme de l’armée ont subi un retard et nous occuperont l’an prochain. Il est regrettable que la totalité des membres de l’Union européenne ne soient pas parvenus à ratifier à temps les accords bilatéraux afin que ces instruments internationaux si importants pour tous les signataires puissent entrer en vigueur le 1er janvier prochain.

Einen wichtigen und denkwürdigen Teil meiner Aufgaben als Ratspräsident bildete nebst der Teilnahme an zahlreichen Jubiläen und Messe-Eröffnungen die Pflege und Vertiefung der Kontakte mit ausländischen Parlamenten, sei es durch den Empfang von Delegationen oder durch Besuche in mehreren Ländern, die jeweils zu interessanten und aufschlussreichen Gesprächen führten. Wesentlich schwieriger war es jedoch, auf die vielen Zuschriften von besorgten oder bedrückten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, darunter auch des Urhebers des Attentats in Zug, eine zufriedenstellende Antwort zu finden. Viele Bittsteller übersehen es, dass die Einflussmöglichkeiten eines Ratspräsidenten beschränkt sind, vor allem aber, dass es die in unserer Verfassung verankerten Grundsätze der Gewaltenteilung und der Souveränität der Kantone verbieten, dass sich das Parlament in Verfahren und Entscheide der Gerichte und der zuständigen Kantonsbehörden einmischt. Vielleicht könnte da die bereits früher diskutierte Idee einer Ombudsstelle einen prüfenswerten Lösungsansatz bieten.

Ich komme zum Dank. Ich danke Frau Ständeratspräsidentin Saudan für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit. Von Herzen danke ich sodann - stellvertretend für die ganzen Parlamentsdienste - Frau Generalsekretärin Mariangela Wallimann-Bornatico - sowie den Herren Clerc, Gerschwiler und Lanz für die seit Jahren freundschaftliche Verbundenheit und die wertvolle Unterstützung, die sie mir zu jeder Zeit - insbesondere auch im Zusammenhang mit der unvergesslichen Frühlingssession in Lugano - haben zukommen lassen. Ein besonderes Kränzchen winden möchte ich den beiden Ratsmitarbeitern, den Herren Anliker und Thomann. Zusammen mit der Vize-Präsidentin und der Generalsekretärin bildeten sie den inneren Zirkel, in dem wir jeweils frühmorgens die Ratsgeschäfte vorbesprachen und drohende Klippen in den Abstimmungsverfahren zu umschiffen versuchten. Ein herzliches Dankeschön gilt sodann den Damen Brand, Böhlen und Stritt, die engagiert bei der Erledigung der Korrespondenz und der Vorbereitung der Reisen und Treffen mithalfen - sie haben mir meine Arbeit wesentlich erleichtert.

Danken möchte ich aber auch den Medienschaffenden für die meistens wohlwollend-kritische Ratsberichterstattung sowie für die Bereitschaft, in der Frage der Einrichtung eines Medienhauses konstruktiv mitzuarbeiten. Keinen Dank spreche ich jedoch den wenigen Medienschaffenden aus, die gelegentlich zum Preis einer sonntäglichen Schlagzeile mit Halbwahrheiten, Unterstellungen und persönlichen Verunglimpfungen arbeiten, ohne sich im nachhinein auch nur einmal für ihre Fehler zu entschuldigen.

Zum Schluss danke ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, für die gute Zusammenarbeit und für das Vertrauen, das sie mir in diesem Jahr entgegengebracht haben. Uns allen wünsche ich für die zweite Hälfte der Legislatur viel Freude und Erfolg in der parlamentarischen Arbeit. Halten wir uns stets vor Augen, dass wir gewählt sind, um mit unseren je persönlichen Erfahrungen und Eigenheiten einen wichtigen Beitrag zur Lösung der anstehenden Fragen und Probleme unserer Gesellschaft zu leisten.