Es gilt das gesprochene Wort!

 

Begrüssung von Herrn Christoph Lanz,
Generalsekretär der Bundesversammlung

 

Sehr geehrte Damen und Herren

Das Parlamentsgebäude und das Licht gehörten schon immer zusammen. Der Architekt Hans Wilhelm Auer verstand das Parlamentsgebäude als Mittelpunkt der Schweiz, als nationales Denkmal, als Hort von Unabhängigkeit, Freiheit und Frieden, als Leuchtturm für Volk und Stände. Ursprünglich waren im In-nern des Kuppelbaus Bogenlampen angebracht, die ihr Licht durch die 22 Fenster strahlen liessen. Dieses Licht sollte den damals 22 Kantonen symbolisch die Möglichkeit geben, sich am Bund zu orientieren. Seit vielen Jahren strahlen vor allem während jeder Session die vielen Glühbirnen im Ständeratssaal bis in die späte Nacht auf den Bundesplatz hinaus und zeigen den Bürgerinnen und Bürgern, dass das Parlament und seine Kommissionen  tagen.


Von heute Abend bis zum 26. November wird es genau umge-kehrt sein: Das Parlamentsgebäude wird von aussen beleuch-tet. Das wird zunächst einmal eine Freude fürs Auge und die Sinne sein. „Rendez-vous Bundesplatz“ wird aber auch Inhalte und Ideen vermitteln. Über die Geschichte der Schweiz und über ihre Demokratie. Damit ist das Projekt „Rendez-vous Bun-desplatz“ auch moderne, attraktive Staatskunde. Die Parla-mentsdienste hoffen, dass sich viele Bernerinnen und Berner sowie Gäste aus der ganzen Schweiz und dem Ausland auf dem Bundesplatz  unterhalten und anregen lassen.
Dies entspricht einem Anliegen der Parlamentsdienste. Wir wollen mit unserer Öffentlichkeitsarbeit die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes auf ganz verschiedenen Ebenen für das Parlament interessieren und für die Teilnahme am Staatsgeschehen motivieren. Gegenwärtig haben wir drei Projekte, die in diese Richtung zielen.


Im Polit-Forum des Bundes im Käfigturm, das die Parlaments-dienste zusammen mit der Bundeskanzlei betreiben, zeigen wir die Ausstellung „Bundesplatz 3“. Dort haben Schulklassen im nachgebauten National- und Ständeratssaal Gelegenheit, Par-lament zu spielen. Vorher müssen sie die Geschäfte vorberei-ten, Unterlagen lesen, miteinander diskutieren, Rollen einüben . Es ist eindrücklich, mit welchem Engagement und welcher Kompetenz Schülerinnen und Schüler debattieren.
Das zweite Projekt ist das dreisprachige Wahltelefon mit der Nummer 0800 2011 00. Mitarbeitende der Parlamentsdienste geben kostenlos Auskunft über alle Fragen zu den National- und Ständeratswahlen.


Schliesslich verweise ich auf die Internetseite www.parlamentswahlen-2011.ch. Dort finden Surferinnen und Surfer ein umfassendes Informationsangebot.
Beleuchtungen am Parlamentsgebäude haben Tradition:  Gerry Hofstetter hat am 1. August  2002 im Rahmen der Ausstellung „100 Jahre Parlamentsgebäude“ und im November 2008 zur Wiedereröffnung nach dem Umbau die Fassade beleuchtet. Und  jedes Jahr im März verzaubern an der Museumsnacht farbige Nachtfalter das Parlamentsgebäude.
Immer mehr Leute wollen nicht nur die Fassade bewundern, sondern auch das Parlamentsgebäude besichtigen und die Ar-beit des Parlamentes direkt in den Ratssälen verfolgen. Vor dem Umbau empfingen wir jährlich rund 60‘000 Leute, seither ungefähr 100‘000. Wir pflegen die Philosophie des offenen Hauses ganz bewusst und laden auch Sie zu einem Besuch ein. Zugegeben, die Politik ist nicht immer so attraktiv wie das „Rendez-vous Bundesplatz“, aber meistens interessant und oft farbig. Und entscheidend ist, dass wir mitbestimmen können, wer diese Politik macht. In diesem Sinne hoffe ich, dass mög-lichst viele - auch möglichst viele von Ihnen - das Wahlcouvert abschicken oder am übernächsten Wochenende an die Urne gehen. Gerade in Zeiten der Wahlen strahlt die Politik aus dem Parlamentsgebäude weit und kräftig ins ganze Land hinaus.

 

Vorerst sind wir jedoch alle gespannt auf die Première von „Rendez-vous Bundesplatz“. Ich gratuliere Herrn Gysin und Frau Roux, den Lichtkünstlerinnen und –künstlern, sowie allen Beteiligten für ihren Mut, ihren Einsatz und ihre Kreativität. Ich bin überzeugt, dass „Rendez-vous Bundesplatz“ weit über den Bundesplatz und die Stadt Bern hinaus wahrgenommen und einen ganz besonderen Beitrag zum Verständnis der Schweiz, ihrer Geschichte und ihrer Demokratie leisten wird. Den Organisatoren wünsche ich viel Erfolg und allen Besucherinnen und Besuchern beste Unterhaltung.