Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Aussteller, Veranstalter, Organisatoren
Geschätzte Damen und Herren

 
Als ich die Einladung für den heutigen Anlass gesehen habe, traute ich meinen eigenen Augen nicht: Sage und schreibe 40000 Besucher lassen sich jeweils von der Zürcher Oberland Messe jeweils inspirieren. Da kommt kaum ein Meisterschaftsspiel ran, aber offensichtlich spielt man hier in Wetzikon in einer ganz eigenen Liga. Im Schaufenster der Region präsentieren sich Unternehmen, die man heute unter dem Begriff KMU, Klein- und Mittelunternehmen, zusammenfasst. Die ZOM ist also der schlagende Beweise, dass aus Kleinem Grosses werden kann. Handwerk und Gewerbe sind eben nach wie vor attraktiv für ein breites Publikum und Warenschauen beliebter Treffpunkt. Kein Katalog, kein Internet kann die ZOM ersetzen. Das zeigt sich auch schon daran, dass die ZOM bereits zum 40. Mal stattfinden kann. Herzlichen Glückwunsch! Und auf das sie mindestens nochmals so lange Bestand haben wird.
 
Ja, die Kleinen sind eben die ganz Grossen in unserem Land, das geht nur allzu gerne vergessen. Es sind die kleinen und mittleren Unternehmen welche die Schweizer Wirtschaft ausmachen und nicht die großen, multinationalen Firmen mit Sitz in der Schweiz, die die fetten, aber oftmals auch negativen Schlagzeilen schreiben.

Es ist das Gewerbe, das unsere Volkswirtschaft vorantreibt, Sie meine Damen und Herren sind der starke Motor. Gemeinsam machen sie über 99 Prozent der Firmen in der Schweiz aus, die KMUs sind die wichtigsten Arbeitgeber in unserem Land und gerade für Regionen wie das Zürcher Oberland von allergrösster Bedeutung. Gut zwei Drittel aller Beschäftigten verdienen in diesen Betrieben ihren Lohn. Und sie scheinen sich an ihren Arbeitsplätzen ausserordentlich wohl zu fühlen, wie eine europäische Vergleichsstudie belegt.
 
Werte Zuhörerinnen und Zuhörer
Die Schweiz ist ein kleiner Staat, aber eine mittlere Wirtschaftsmacht. Sie ist global in enormem Mass vernetzt. Die grosse wirtschaftliche, aber auch politische Abhängigkeit vom Ausland birgt natürlich Risiken und hat gelegentlich unangenehme Folgen. Wir erleben sie aktuell. Und wenn ich vorhin sagte, das Gewerbe sei der Motor unserer Wirtschaft, dann ist es der Auftrag der Politik, dafür zu sorgen, dass dem Motor Gewerbe der Treibstoff nicht ausgeht. Es ist die Politik, die für die Rahmenbedingungen der Wirtschaft zu sorgen hat, Rahmenbedingungen im Einklang mit sozialen, finanziellen und ökologischen Anliegen. So können wir unseren Wohlstand, aber auch unsere Lebensqualität langfristig sichern. Dabei sollte gerade den Gewerbebetrieben ganz besonderes Augenmerk geschenkt werden. Sie dürfen bei allen Diskussionen über Globalisierung, Innovation, Wissensgesellschaft und Konjunktur keinesfalls vergessen gehen.
Bisweilen gehen die Vorstellungen über die „beste Lösung“ im Bundeshaus auseinander. Sie können sich aber sicher sein, allen Politikerinnen und Politikern in Bundesbern ist es ein Herzensanliegen, dass es unserem Land und Leute weiterhin gut geht. Übrigens erinnert mich das Parlament manchmal auch an einen Messeplatz. Zwar werden statt Waren Ideen feilgeboten. Und ich kann Ihnen versichern, die lautesten Verkäufer haben nicht immer die überzeugendsten Ideen. Einer der wichtigsten Beiträge leisten Sie, die KMU. Ich möchte Ihnen danken, danken aber vor allem dafür, dass sie Mehrwert erwirtschaften, dass sie Arbeitsplätze schaffen und  - vor allem auch an die Zukunft denken und Lehrstellen zur Verfügung stellen.
 
 „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen“. Gesagt hat das der amerikanische Staatsmann Benjamin Franklin, amerikanischer Staatsmann bereits im 18. Jahrhundert Jahren. Analysiert man die Gründe für die hohe Wirtschaftskraft und die damit verbundene Lebensqualität in der Schweiz, so wird rasch klar, dass unser Bildungsniveau der entscheidende Faktor dafür ist. Wenn ich deshalb an unsere Wissensgesellschaft denke, so sind Gewerbe und Handwerk in der Berufsbildung der allerwichtigste Baustein. Sie leisten Unbezahlbares.
Unser duales Berufsbildungssystem ist weltweit vorbildlich. Es muss weiter entwickelt werden und mehr Ansehen gewinnen. Unabhängig von europäischen Trends, die in anderer Richtung gehen. Zwar lobt man in der Schweiz das duale System, der akademische Weg geniesst aber nach wie vor mehr Beachtung und Rückhalt. Dabei ist heute nachweisbar, dass Länder mit einem stark ausgebauten Lehrlingswesen tiefere Arbeitslosenzahlen haben als Länder ohne Betriebslehre. Dies hat ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm eindrücklich belegen können. Seine Feststellung lässt sich übrigens auch auf die Schweiz übertragen. Während in St. Gallen über 80 Prozent der Schulabgänger eine Lehre absolvieren, sind es in Genf gerade einmal 40 Prozent, die den vermeintlichen „Arme-Leute-Weg“ einschlagen. Und während die Arbeitslosenquote in Genf bei 4,7 Prozent liegt, sind in St.Gallen „nur“ 2,2 Prozent ohne Stelle (Stand Juli 2012).
Hier und heute, das bestätig mir ein Blick zu ihnen, findet der Austausch mit Sicherheit statt. Es ist eine schöne und auch eine eindrückliche Messe, denn sie zeigt, dass unsere Wirtschaft lebt, in der Region verwurzelt ist und auf breites Interesse stösst.
 
Ich danke Ihnen