Bern (sda) Das steuerbegünstigte Bausparen soll in allen Kantonen möglich werden. Mit 15 zu 7 Stimmen unterstützt die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrates eine entsprechende Initiative. Bei der Besteuerung der Hauseigentümer prüft sie einen Systemwechsel. 

Heute ermöglicht nur der Kanton Basel-Landschaft den Steuerpflichtigen den Abzug von Bausparrücklagen bis zu einem gewissen Betrag. Laut Steuerharmonisierungsgesetz (StHG) müsste er 2001 diesen Sonderabzug streichen. Mit einer Änderung des StHG will die WAK dies verhindern und das Bausparen in allen Kantonen begünstigen.

Mit ihrem Antrag, der bereits in der Herbstsession vom Plenum behandelt werden soll, übernahm die Kommission einen Vorstoss von Hans Rudolf Gysin (FDP/BL). Auch ihr scheint es sinnvoll, mit frühzeitigem Sparen eine hohe Verschuldung beim Bau zu vermeiden. Die Verschuldungsquote sei sehr hoch, sagte WAK-Präsident Georg Stucky (FDP/ZG).

Systemumkehr

Noch nicht entschieden hat die WAK über zwei Initiativen, mit denen die CVP-Fraktion und Rolf Hegetschweiler (FDP/ZH) die Abschaffung des Eigenmietwertes und die gleichzeitige Streichung des Hypothekarzinsabzugs verlangen. Eine Subkommission soll die beiden Vorstösse zusammenführen und der WAK bis Dezember Antrag stellen.

Stucky warnte davor, in die Systemumkehr zu grosse Hoffnungen zu setzen. Vor allem an der Umstellung werde man sich noch die Zähne ausbeissen. Bei einem abrupten Wechsel gerieten Leute mit hohen Hypothekarschulden in grosse Probleme. Unbekannt seien auch die finanziellen Auswirkungen, von denen vorab die Kantone betroffen wären.

sda/ats 22.06.1999