Als erste Kammer hatte der Ständerat die Volksinitiative "für einen autofreien Sonntag pro Jahreszeit" im März mit 29 zu 7 Stimmen verworfen. Die Nationalratskommission legt nun einen indirekten Gegenvorschlag vor, der den Initianten nach eigener Aussage den Rückzug ihres Begehrens erlauben würde.
Busse und Cars dürfen fahren
Nach dem Vorschlag der KVF - verabschiedet mit 10 zu 5 Stimmen - soll das landesweite Fahrverbot für Motorfahrzeuge an einem vom Bundesrat bestimmten Sonntag zwischen dem 15. April und dem 15. Oktober gelten - und zwar von 05.00 bis 22.00 Uhr. Davon ausgenommen wären der öffentliche Verkehr und berufsmässige Carfahrten.
Wie die Volksinitiative sieht der Gegenvorschlag eine Versuchsperiode von vier Jahren vor. Im vierten Jahr nach dem ersten autofreien Sonntag soll die Bundesversammlung auf dem Wege der Gesetzgebung die definitive Einführung des Sonntagsfahrverbots im Strassenverkehrsgesetz (SVG) beschliessen.
Auf unterstem Level
Die Idee, den Dank-, Buss- und Bettag autofrei zu erklären, wurde laut Kommissionspräsident Duri Bezzola (FDP/GR) verworfen. Sie stiess wegen des Comptoir suisse vor allem in der Westschweiz auf Widerstand. KVF-Mitglied Hans-Jürg Fehr (SP/SH) bezeichnete den Gegenvorschlag als "Versuch, der Volksinitiative auf unterstem Level Rechnung zu tragen".
sda/ats 03.09.2001