(sda) Der Bundesrat soll Präventionsprojekte für Pädosexuelle prüfen. Der Ständerat hat am Dienstag ein Postulat von Daniel Jositsch (SP/ZH) oppositionslos an den Bundesrat überwiesen, mit dessen Einverständnis.

Jositsch stellte fest, dass sich die Diskussion in der Regel um die Bestrafung der Täter drehe. Das sei ein wichtiger Ansatz, aber mit dem Strafrecht komme man immer zu spät, da das Delikt bereits verübt worden sei.

Präventionsprojekte seien bestimmt kein Allheilmittel, doch sie schienen einen gewissen Erfolg zu haben, sagte Jositsch. Sie wendeten sich an Personen, die eine pädosexuelle Neigung empfänden, aber nicht straffällig werden wollten. Ihnen werde eine Therapie angeboten. Funktioniere das, bedeute es, dass Kinder nicht zu Opfern würden.

Der Bundesrat beantragte dem Rat, das Postulat anzunehmen. Er anerkenne die Bedeutung der Prävention von pädosexuellen Straftaten, sagte Innenminister Alain Berset. Daher sei er bereit, einen Bericht vorzulegen.

Im Nationalrat ist ein gleichlautender Vorstoss von Natalie Rickli (SVP/ZH) hängig. Anlass für die Vorstösse war das Projekt "Kein Täter werden" in Deutschland. Der Bundesrat soll prüfen, ob solche Projekte Wirkung haben und ob ein ausgebautes Präventionsangebot für pädosexuelle Straftäter Übergriffe verhindern könnte.