Der Ständerat hiess den Bundesbeschluss am Donnerstag einstimmig gut. Damit ist das Geschäft bereit für die Schlussabstimmung. Ziel des Protokolls ist die Beibehaltung des ökologischen Gleichgewichts in der Antarktis. Es geht aber auch um Interessen der Forschung und des Tourismus.
Tritt die Schweiz dem Protokoll bei, kann sie touristische Reisen von Schweizer Anbietern selbst bewilligen. Dabei muss sie prüfen, dass durch die Reisen die Umwelt nicht beeinträchtigt wird. Gleiches gilt auch für wissenschaftliche Expeditionen.
Mit dem Beitritt zum Protokoll will der Bundesrat auch den internationalen Umweltschutz stärken. Die Antarktis sei eines der wenigen Gebiete auf dieser Erde, welches noch über weitgehend intakte ökologische Verhältnisse verfüge, sagte Aussenminister Didier Burkhalter. Das Ziel des Protokolls sei nobel. Es verbietet bis 2048 die Ausbeutung der Bodenschätze in der Antarktis.
Die Ratifikation ist Voraussetzung, damit die Schweiz später den Konsultativstatus beim Antarktis-Vertrag erlangen könnte. Dieser würde es der Schweiz erlauben, bei der Gestaltung sämtlicher Fragen der Antarktis mit voller Berechtigung mitzuwirken. Heute hat der Antarktis-Vertrag 53 Mitgliedstaaten. Die Schweiz ist eines von 24 Ländern, die nur den Beobachterstatus haben.
Für die Umsetzung des Protokolls in der Schweiz schlägt der Bundesrat vor, ein neues Gesetz zu schaffen. In diesem soll die Bewilligungspflicht für die Durchführung von Tätigkeiten auf dem Gebiet der Antarktis geregelt werden.