Der Rat hiess die Motion der BDP-Fraktion mit 97 zu 89 Stimmen gut. Der Vorstoss geht nun an den Ständerat. Rosmarie Quadranti (BDP/BE) befand, es sei nicht nachvollziehbar, dass homosexuelle Männer immer noch von der Blutspende ausgeschlossen würden. Ein Jahr lang auf Sex zu verzichten, sei den meisten eine Blutspende wohl doch nicht wert. Deshalb sei der Vorstoss nach wie vor nötig.
Der Bundesrat zeigt zwar Verständnis für das Anliegen, stellte sich aber gegen eine Gesetzesänderung. Das Heilmittelrecht wolle Blutspender und -empfänger vor gesundheitlichen Risiken schützen und schliesse daher Spender mit einem Risikoverhalten von der Blutspende aus, erklärte Gesundheitsminister Alain Berset. Nicht die sexuelle Orientierung, sondern das Risikoverhalten sei ausschlaggebend.
Die Blutspendezentren hätten jederzeit die Möglichkeit, basierend auf einer wissenschaftlichen Argumentation eine Änderung der genehmigten Verfahren bei Swissmedic zu beantragen, schrieb der Bundesrat in seiner schriftlichen Antwort auf den Vorstoss. Das haben die Blutspendezentren in der Zwischenzeit getan - und Swissmedic hat das Gesuch bewilligt.
Blutspende Srk Schweiz sieht die Lösung mit der zwölfmonatigen Karenzfrist als ersten Schritt. Das betonte auch Gesundheitsminister Alain Berset. In einem nächsten Schritt werde das konkrete, persönliche Risikoverhalten ausschlaggebend sein, sagte er. Der Nationalrat hat nun ein Zeichen gesetzt für diesen nächsten Schritt.
Mit dem Aufkommen von Aids waren alle Männer, die Sex mit Männern gehabt hatten, von der Blutspende ausgeschlossen worden. Die BDP wies in ihrem Vorstoss auf die knappen Blut-Reserven hin. Es komme immer wieder zu Engpässen.